„Das Handwerk blickt positiv in die Zukunft“

Der Vorstand (von links): Maler- und Lackierermeister Rainer Bothe, Kreishandwerksmeister Waagenbaumeister Jürgen Wolf und Elektroinstallateurmeister Wolfgang Just. (Foto: bo)
 
Von links: Kreishandwerksmeister Jürgen Wolf, Volker Höfert, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Braunschweig-Lüneburg-Stade, Otto Schlieckmann. (Foto: bo)

Verwaltungsgericht kippt Beitragserhöhung / Stabile Ausbildungszahlen im Bezirk

Die regionale Handwerksorganisation schloss jetzt die Reihe der Jahreshauptversammlungen in der Kreishandwerkerschaft Süd-Ost- Niedersachsen ab. Neben den Regularien standen Diskussionen über die Kosten der Handwerkskammer und die Neuwahlen zum Vorstand der Kreishandwerkerschaft im Mittelpunkt.
Goslar (bo). Für das Handwerk des Landkreises Goslar wurde Waagenbaumeister Jürgen Wolf (Goslar) erneut zum Kreishandwerksmeister gewählt; er führt die Handwerksorganisation gemeinsam mit den Kreishandwerksmeistern aus Salzgitter und Wolfenbüttel.
Aus dem Geschäftsbericht der Kreishandwerkerschaft war die Auseinandersetzung um die mit der Fusion der Handwerkskammer Braunschweig beschlossene Beitragserhöhung und Gebührenerhöhung für die Versammlung von besonderem Interesse. Den Pflichtmitgliedern der Handwerkskammer waren mit der Fusion Synergieeffekte versprochen worden; bei den Vorgesprächen wurde betont, dass es zu keinen Beitragserhöhungen kommen sollte.
Bereits im Vorfeld der Beschlüsse der Handwerkskammer protestierten über 300 Handwerker schriftlich gegen die geplanten Kostenerhöhungen. Dennoch kam es 2009 zu der Einführung eines um 30 Prozent erhöhten Beitrages in Form eines Sonderbeitrags Gewerbeförderung, der die Ausbildungsbetriebe unterstützen sollte. Dagegen klagten über 30 Mitgliedsbetriebe des hiesigen Handwerks vor dem Verwaltungsgericht.
Das Verwaltungsgericht Braunschweig erklärte die Berechnung des Sonderbeitrags für unzulässig und kippte damit die Beitragserhöhung.
Die Mitgliederversammlung der Kreishandwerkerschaft nahm wohlwollend zur Kenntnis, dass inzwischen sämtliche Beitragsbescheide der Handwerkskammer für den Sonderbeitrag für 2011 aufgehoben wurden.
Das Augenmerk wird nunmehr auf die weiteren Entscheidungen der Kammer gerichtet, da die erhöhten Gebühren für die überbetriebliche Lehrlingsunterweisung nicht mehr aus dem Sonderbeitrag subventioniert werden können.
Die Mitgliederversammlung nahm die sinkenden Betriebszahlen der handwerksähnlichen Unternehmungen zur Kenntnis und sah sich in ihrer Kritik an der Lockerung des Meisterprinzips bestätigt. „Unternehmungen ohne Handwerksmeister oder vergleichbar qualifizierte Unternehmer haben nicht die von der Politik erwartete Anzahl neuer Arbeitsplätze schaffen können“, so Geschäftsführer Uwe Zinkler. Die wirtschaftliche Entwicklung in der Region wurde dennoch für das Geschäftsjahr 2010 zufrieden stellend beurteilt.
Sorge bereiten im Handwerk gegenwärtig die Kos­tenerhöhungen bei Rohstoffen und Zulieferern. Aber das Handwerk blicke – so der geschäftsführende Kreishandwerksmeister Jürgen Wolf – positiv in das Jahr 2011. Er dankte besonders den Ausbildungsbetrieben dafür, dass sie sich bei der Förderung des beruflichen Nachwuchses so intensiv einbringen würden und trotz rückläufiger Schülerzahlen Garant für stabile Ausbildungszahlen im Bezirk seien.
Bei den sich anschließenden Neuwahlen zum Vorstand stellt das Handwerk aus dem Landkreis Goslar erneut drei Obermeister in dem neun Personen umfassenden Gremium.
Im Amt des Kreishandwerksmeisters bestätigten die Obermeisterinnen und Obermeister den Waagenbaumeister Jürgen Wolf, der im Vorstand durch Maler- und Lackierermeister Rainer Bothe (Bad Harzburg) und den Elektrotechnikermeister Wolfgang Just (Goslar) unterstützt wird. Der aus der Mitgliederversammlung ausgeschiedene Obermeister der Fleischer-Innung Goslar, Friedrich Eckert (Goslar), wurde mit herzlichen Worten des Dankes für sein großes Engagement aus dem Gremium verabschiedet.