Das neue „Basislager“ wächst und wächst

Mit etwas Unbehagen nahm Landrat Stefan Manke (Mitte) zur Kenntnis, dass er seine Richtfestrede auf dem Dach halten müsse. Er zeigte sich aber tapfer und erklomm das Gerüst ohne Probleme.

Gestern wurde das Richtfest beim Neubau der Feuertechnischen Zentrale in Goslar gefeiert

Es ist ein Bau, mit einem Investitionsvolumen von 4,2 Millionen Euro, der in der Goslarer Ottostraße seit April diesen Jahres nach dem Abriss des alten Komplexes stetig wächst. Gestern war nun Richtfest. Die Fertigstellung der neuen Feuerwehrtechnischen Zentrale ist für April 2013 geplant. Die Kosten für den Bau tragen die Kreiswirtschaftsbetriebe.
Es ist eine Pflicht des Landkreises eine Feuerwehrtechnische Zentrale (FTZ) zu unterhalten. Das schreibt das Niedersächsische Brandschutzgesetz (NBrandSchG) vor.
Die FTZ ist so etwas wie das „Basislager“ der Orts- und Werksfeuerwehren in einem Landkreis. Die Zentrale wird genutzt um Feuerwehrfahrzeuge und Gerätschaften unterzubringen, zu pflegen und zu prüfen. Ferner dient das Gebäude auch dem Zweck, dort Ausbildungslehrgänge durchzuführen.
56 Ortsfeuerwehren und drei Werksfeuerwehren können die Feuerwehrtechnische Zentrale in der Ottostraße ab April kommenden Jahres also als Werkstatt nutzen. Deren Einsatzgeräte, wie Schläuche, Atemschutzgeräte, Pumpen, Chemikalienschutzanzüge, werden in der neuen Zentrale für die Einsätze vorbereitet und auf ihre Funktionstüchtigkeit überprüft.
Darüber hinaus werden in der Ottostraße Spezialeinsatzmittel aufbewahrt. Unter anderem handelt es sich dabei um den Einsatzleitwagen II mit mobilem Besprechungsraum und Funkzentrale. Ferner werden Gefahrgutausrüstungen, Atemschutzgeräte in großer Anzahl und leistungsstarke Hochwasserpumpen vorgehalten. Im Ernstfall können die einzelnen Wehren auf diese Materialien zurückgreifen. Rund um die Uhr wird deshalb eine Rufbereitschaft in der Feuerwehrtechnischen Zentrale bereitgehalten.
Landrat Stefan Manke zeigte sich beim Richtfest beeindruckt vom Fortschritt der Bauarbeiten und erinnerte gleichzeit daran, dass seit der Grundsteinlegung erst vier Monate vergangen sind.
Manke: „Es ist ein schöner Brauch jede wichtige Etappe dieses Großprojektes miterleben zu können. Beim Bau der neuen FTZ handelt es sich nämlich um eines der größten Bauprojekte der letzten Jahre, die in diesem Umfang vom Kreis durchgeführt wurden.“
Der Landrat bedankte sich in der Folge nicht nur bei den Architekten und Bauarbeitern, sondern schickte diese Worte auch gleich an die Abgeordneten des Kreistages, die dieses Projekt von Anfang an positiv begleitet haben. „Alle, die das alte Gebäude noch kennen, werden wissen, dass es an der Zeit war, eine moderne, zeitgemäße Einsatzzentrale zu erschaffen, die den Anforderungen der Feuerwehren gerecht wird“, so Manke.
Ferner betonte er, dass die Arbeit die in der Feuerwehrtechnischen Zentrale geleistet wird, der Öffentlichkeit meist verborgen bleibt. „Die Schlagkraft der Ortswehren hängt auch von der Funktionsfähigkeit ihrer Zentrale ab. Mit dem Neubau schaffen wir eine hervorragende Grundlage.“
Die Feierstunde wurde begleitet von zahlreichen Vertretern des Landkreises und der Feuerwehren. Die Stadt Seesen wurde von Norbert Stephan und Jürgen Ebert vertreten. Natürlich ließ es sich auch Stadtbrandmeister Jürgen Warnecke nicht nehmen, dem Richtfest beizuwohnen.