Den Blick auf Nachhaltigkeit gerichtet

Henning Geske (Forstamtsleiter), Andreas Dröge (Revierförster Altgandersheim), Stefan Körbel (RL Altes Amt), Siegfried Herzog (RL Hohestein), Siegfried Maibaum (RL Braune Heide), Hans-Günter Thal (Revierassistent), Dietmar Diekmann (Örtlicher Handwerker und Erschaffer des Rahmens), Wilfried Henze (RL Langelsheim), Frank Schmidt (RL Luchsstein), Julian Syldatk (zukünftiger RL Riesberg), Klaus Wippermann (amtierender RL Riesberg), Michael Thätner (Betriebsdezernent) (von rechts) und Rainer Hoffmeister.

Forstamt Seesen stellt herrlichen Bilderrahmen auf, der auch als hervorragende Ergänzung zum Steinway-Trail dient

Ein freudiger Anlass versammelte am Donnerstagnachmittag alle Revierförster des Niedersächsischen Forstamtes Seesen im Revier Riesberg, das in malerischer Landschaft zwischen den Ortschaften Wolfshagen und Lautenthal gelegen ist. Dort, an einem besonders schönen Aussichtspunkt auf das Innerstetal an der Mandolinenhütte, hat das Forstamt einen Bilderrahmen aufgestellt der die Form eines Klavierflügels hat und den Blick der Wanderer und Besucher auf die Schönheiten und den Facettenreichtum der Natur lenkt.

Und genau um diesen Reichtum geht es auch in der Bilderrahmenaktion der Niedersächsischen Landesforsten, die unter dem Motto „Nachhaltigkeit – mach Dir ein Bild davon“ bundesweit umgesetzt wird. Im Revier Riesberg haben die Förster gleich zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen. Zum einen haben sie die Aktion der Landesforsten vorbildlich umgesetzt, und zum anderen haben sie mit der Form des Bilderrahmens dem Steinway-Pfad, der sich auf seinem Weg von Wolfshagen nach Seesen durch das Riesberger Revier schlängelt, einen Bärendienst erwiesen.
Davon zeigte sich Jochen Bremer, Vorsitzender des Wolfshäger-Steinway-Vereins, begeistert. „Was das Seesener Forstamt hier geschaffen hat, ist genial. Genau solche Aktionen habe ich mir gewünscht. Und dieses Beispiel zeigt, dass eine vernetzte Zusammenarbeit aller Akteure den Pfad trotz fehlender Fördermittel zu etwas ganz Tollem werden lässt“, so Bremer gegenüber dieser Zeitung.
Auch Michael Thätner, Betriebsdezernent beim Forstamt Seesen, der an diesem Nachmittag die Moderation der Einweihung übernommen hatte, zeigte sich vom Bilderrahmen und ausgewählten Standort begeistert. „An dieser Stelle erhalten wir einen herrlichen Überblick über die Vielfalt unserer Wälder. Hier ist die Durchmischung mit Laub- und Nadelbäumen hervorragend zu erkennen“, erklärt Forstexperte Thätner. Betriebsdezernent Thätner dankte an dieser Stelle auch Dietmar Diekmann, einem örtlichen Handwerker, für seine Arbeit und die gelungene Umsetzung bei dem Bau des Bilderrahmens. Das Holz, das für den Bau verwendet wurde, stammt selbstverständlich aus Beständen der Landesforsten. Es handelt sich um Lärchenholz.
Die Vorstellung nutzte Thätner, dem es höchst selten gelingt alle Revierförster des Forstamtes Seesen zur gleichen Zeit an einem Fleck zu versammeln, für eine ebenfalls besondere Ankündigung; den Führungswechsel im Revier Riesberg. Das Revier wird seit 35 Jahren von Klaus Wippermann geleitet, der Ende November in den wohlverdienten Ruhestand verabschiedet wird. An seine Stelle tritt der junge Diplom-Forstwirt Julian Syldatk, der die vergangenen Jahre unter anderem Lehrtätigkeiten am Niedersächsischen Forstlichen Bildungszentrum in Münchehof wahrgenommen hat.
Das Treffen im Wald nahmen Thätner und seine Kollegen überdies auch zum Anlass, um über die aktuelle Lage der Wälder im Zuständigkeitsbereich des Forstamtes Seesen zu berichten. Immerhin betreuen die rund 90 Mitarbeiter, beim Seesener Forstamt handelt es sich übrigens um das größte in Niedersachsen, 12.500 Hektar Landeswald und weitere 3.500 Hektar Genossenschaftswälder.
Bei ihren Ausführungen machten vor allem Thätner und Forstamtsleiter Henning Geske deutlich, dass der Wald bestens aufgestellt ist, und die nachhaltige Bewirtschaftung große Erfolge bewirkt. Das zeigt sich alleine schon an der bereits erwähnten guten Durchmischung der Wälder mit Laub- und Nadelbäumen. „Die Fichte wird aber weiterhin der Hauptbaum im Harz bleiben und das bekannte Bild weiter prägen“, so Thätner.
Im weiteren Verlauf rückten die Forstexperten auch die Bedeutung des Waldes als wichtigen Wirtschaftsfaktor ins rechte Licht. „Der Wald“, so Thätner, „soll natürlich Spaziergängern, Ausflüglern und Wanderern zur Erholung dienen, auf der anderen Seite wird im und mit dem Wald auch gearbeitet, weshalb von Zeit zu Zeit auch Spannungen auftreten können.“ Beste Möglichkeit diese Probleme schnellstmöglich aus der Welt zu schaffen, ist die Kontaktaufnahme. „Erster Ansprechpartner für die Waldbesucher und die Bürger ist immer der zuständige Revierleiter. Der hat den Überblick über alle laufenden und geplanten Aktionen“, erläutert der Betriebsdezernent.
Geske betonte im Gespräch mit dem „Beobachter“ vor allem die wirtschaftliche Bedeutung des Waldes: „Die Landesforsten bieten viele Arbeitsplätze und sind vor allem auch ein wichtiger Rohstofflieferant für verschiedene Industriezweige.“ Bei der Holzernte verfolgen die Waldmänner aber immer das Prinzip der Nachhaltigkeit, was bedeutet, dass dem Wald nur so viel entnommen wird, wie er verkraften kann und auch immer entsprechend aufgeforstet wird.