Desimo’s Spezialclub begeistert schon im siebten Jahr

Die Garanten für einen humorvollen Abend: Detlef Simon, Kemal Pamuk, Axel Pelz und Fabian Cachet (von links). (Foto: Hoffmann)

Kabarett vom Feinsten boten vier Künstler den Zuschauern im Bündheimer Schloss

Spannung unter den Gästen im Schloss – Desimo’s Wundertüte sollte sich an diesem Abend als etwas ganz Besonderes etablieren. Desimo kommt auf die Bühne, plaudert ein wenig übers schöne Wetter. Er outete sich im verflixten siebten Jahr – solange ist sein Programm schon fester Bestandteil im Kulturklub-Kalender – als fauler Moderator.
Der Franzose Fabian Cachet eröffnete die Schau mit einer herrlichen Pantomime. Er nahm das Publikum im Geiste mit nach draußen, Vogelzwitschern und Autogeräusche. Dazwischen ein Reiter. Desimo ließ ein Paar aus dem Publikum raten, was nach drei Jahren seines Zusammenseins bis zum Ende des Lebens passieren wird. Nach etlichem Zettelhinundherschieben kam als interessante Verbindung Brad Pit mit Madonna heraus.
Als nächstes zog Kemal Pamuk aus Hamburg amüsante Vergleiche zwischen Türken und Deutschen. Etwa bei der Geburtsvorbereitung. Die Türken bringen ihre Kinder mit Allahs Hilfe zur Welt. Bei den Deutschen gibt’s Zirkeltraining für Paare. Der König muss der Königin die Waden massieren. Sprach’s, bückte sich und massierte ein imaginäres Paar Waden. Freude, Entspannung hier, ewiges Meckern dort. Wer ist bei den Türken der Chef zuhause? Mama. Beim Telefonieren werden die Deutschen zu Machern, die Türken brüllen in den Hörer und suchen diverse Kabel fürs Laptop.
Dann wieder Fabian Cachet, diesmal mit einer gedachten Autonummer. Setzte sich, stellte Rück- und Seitenspiegel ein, produzierte allerlei Geräusche mit einer unvergleichlichen Mimik. Desimo selbst hielt sich als Moderator zurück, beteiligte sich mit einem durchstochenen Luftballon als Magier. Der Ballon platzt nicht, wenn man ihn mit der Nadelspitze berührt. Nun, er tat es dann doch.
Axel Pelz, im weitesten Sinne ein Harzer, nämlich gebürtiger St.Andreasberger, erfreute das Publikum mit seinem Tastenkabarett. Egal ob mit Beatboxen das Lied vom Geburtstrauma, vom FC Bayern München oder Aufsitzrasenmähern. Aus aktuellem Anlass hatte er einen Song über Schmähvideos im Programm. Am schrillsten war sein Lied über Omas auf Ü80 Partys. Er heimste den meisten Beifall ein.
Desimo: „Statt Party machen wir doch das, wofür der Harz steht. ...wunderbare Ruhe, intessante Natur“. Worauf Fabian Cachet einen Jäger mimte und versuchte, einen Hirsch zu erlegen. Dabei kamen ihm immer wieder das Knacken der Zweige oder Fröschequaken ins Gehege.
Zum Schluss spielte er die Autonummer noch einmal und intonierte währenddessen die hunderttausendste English-Lesson with Margret. Frenetischer Beifall war allen Künstlern für ihren tollen Vortrag sicher.