Die Kaiserstadt Goslar mit den Augen von Uli Stein

Mit seinen Fotografien zeichnet Uli Stein ein sehr mystisches Bild von Goslar. (Foto: Uli Stein)
 
Für Uli Stein ist es die erste Fotoausstellung seiner Karriere. (Foto: Strache)

Fotoausstellung über Goslar soll im Herbst zu sehen sein / Premiere für den weltberühmten Künstler

Von Maximilian Strache,
Goslar

Pressekonferenzen sind offenbar nicht die Sache eines Uli Stein. Zumindest wirkte er zu Beginn der Veranstaltung ein wenig gelangweilt. Glücklicherweise änderte sich dieser Eindruck jedoch im Verlauf des Treffens, bei dem der Künstler Uli Stein zusammen mit Goslars Museumsleiter Christoph Gutmann sein neues Projekt vor der zahlreich erschienenen Presse vorstellte.
Wie der „Beobachter“ bereits in seiner gestrigen Ausgabe berichtete, ist Uli Stein aktuell damit beschäftigt, eine Fotoausstellung zu erarbeiten. Und zwar eine, die seine Sicht auf Goslar zeigt.
Auslöser für dieses Projekt war die sehr erfolgreiche Comic-Ausstellung „Viel Spaß“, die dem Goslarer Museum einen großen Besucheransturm bescherte. Museumsleiter Gutmann hatte im Rahmen dieses Projektes mitbekommen, dass Uli Stein nicht nur ein ausgezeichneter und bissiger Comic-Künstler ist, sondern auch ein ausgesprochen guter Fotograf. Deshalb unterbreitete er Stein den Vorschlag, eine Fotoausstellung über Goslar zu erstellen. Und Stein ließ sich auch nicht lange bitten.
Mit dem Fotoapparat ist der in der Hannoveraner Wedemark beheimatete Künstler eigentlich schon immer unterwegs. Er wollte mal Journalist werden. Während seines Lehramtsstudiums hat er auch für einige Lokalzeitungen gearbeitet. „Ich wurde dann zum 90. Geburtstag geschickt oder zu den Versammlungen von Kleingärtnervereinen. Was man als Lokalreporter eben so machen muss“, erläutert Stein. Dass aus seinem einstigen Berufsziel nichts geworden ist, dürfte bekannt sein.
Der Fotografie ist er aber trotzdem treu geblieben. Auf die Frage, was ihn am Fotografieren so fasziniert, antwortet der weltberühmte Comic-Zeichner: „Ich fotografiere, weil ich nicht malen kann. Ich sehe Dinge, die ich gerne festhalten würde, mir aber die künstlerischen Mittel dazu fehlen. Deshalb ist die Kamera, in Kombination mit dem Stift, mein Pinsel“, so Stein.
Seine Fotos, die er bereits von Goslar auf fünf „Fotosafaris“ geschossen hat, und von denen er der neugierigen Presse einige ausgewählte Bilder präsentierte, zeigen ein sehr mystisches Goslar. Die Bilder, die als so genanntes HDR-Bild (Hochkontrastbild) bearbeitet werden, wirken geheimnisvoll und verraten auf den ersten Blick nicht, welches konkrete Motiv sich dahinter verbirgt. Unter anderem war Uli Stein in der Ruine des ehemaligen Sanatoriums auf dem Goslarer Steinberg auf Jagd nach tollen Motiven oder auch auf dem Dachboden der Kaiserpfalz. „Ich habe ja keinen kommerziellen Druck oder muss irgendwelche Erwartungen erfüllen. Deshalb kann ich mich bei der Arbeit von meinen Eindrücken leiten lassen“, verrät Stein.
Bis April will er alle Fotos im Kasten haben. 15-mal will er bis dahin noch auf „Fotosafari“ durch Goslar ziehen. Pause macht er dann wahrscheinlich wieder im Café Anders, weil es dort einen Raucherraum gibt, und die Birnentorte so unvergleichlich gut schmeckt. Im Raucherraum trifft er sich dann übrigens mit Gutmann, da die beiden offensichtlich eine gute Freundschaft verbindet.
Wie die Ausstellung heißen soll, und welche Formate die Bilder haben werden, steht nicht nicht fest. Sicher ist aber, dass es einen begleitenden Fotoband zu der Ausstellung geben wird. Steins Hausverlag, der Lappan Verlag, arbeitet bereits an einigen Entwürfen für das Buch.