Die Zukunft ist inklusiv

Prof. Dr. Bettina Lindmeier.

Aktionstag im Goslarer Kreishaus zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen

Vielfalt, Teilhabe, Begegnung – der Aktionstag hatte wirklich alles zu bieten, was im Vorfeld versprochen worden war. Mehr als 120 Menschen kamen ins Goslarer Kreishaus, um den Internationalen Tag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen zu begehen.

Im Foyer wurden sie vom Aktionsbündnis „Gemeinsam Gesicht zeigen“ begrüßt. Das Bündnis, ein Zusammenschluss von etwa 20 Vereinen, Verbänden und Organisationen unter Federführung der Lebenshilfe Goslar, hatte den Eingangsbereich des Kreishauses zu einem ebenso bunten wie informativen „Marktplatz“ gestaltet, auf dem die Besucher sich über zahlreiche Beispiele aktiv gelebter Inklusion austauschen konnten.
Der Seesener HilDe-Chor eröffnete den zweiten Teil der Veranstaltung im Kreistagssaal. Clemens Ahrens, Geschäftsführer der Lebenshilfe Goslar und Sprecher des Aktionsbündnisses, moderierte den Abend.
Landrat Thomas Brych zog in seiner Begrüßung pantomimisch den Hut vor den Veranstaltern und lobte deren großartige Leistung. Inklusion sei ein Thema, das ihm sehr nahe gehe, da er Fälle von Behinderungen in der eigenen Familie erlebt habe.
Einen musikalischen Höhepunkt setzte das Ensemble der Kreismusikschule, zu dem auch Schüler der Siebenstein-Schule gehören. Mit lang anhaltendem Beifall honorierte das Publikum die großartige Leistung und forderte eine Zugabe, bevor Dr. Bettina Lindmeier mit ihrem Vortrag beginnen durfte.
„Inklusion geht uns alle an“, appellierte die Professorin der Leibniz-Universität Hannover, die ihren Vortrag in leichter Sprache hielt und der, wie alle Beiträge des Abends, zusätzlich von zwei Gebärdendolmetschern für die hörbeeinträchtigten Gäste übersetzt wurde.
Frank Heine, Redakteur der Goslarschen Zeitung und Moderator der anschließenden Podiumsdiskussion, griff das Thema auf und diskutierte mit Volker Bäcker, Vorsitzender des Kreissportbundes, Anja Klockenhoff, Leiterin Berufsbildung IHK Braunschweig, Stefan Bettner, Jugendfeuerwehrwart im Landkreis Goslar, Oliver Bollmann, Schulleiter Haupt- und Realschule Clausthal-Zellerfeld, und Ariane Tillmann, als Mensch mit Behinderung Expertin in eigener Sache, wie weit das Thema Inklusion in der Gesellschaft angekommen ist.
Die Welt wurde an diesem Abend nicht verändert – das war auch nicht die Absicht der Veranstalter. Aber es wurde ein wichtiges Signal gesetzt: Menschen mit Behinderungen haben einen Anspruch auf einen Platz in der Mitte der Gesellschaft. Die Zukunft ist inklusiv.