DITIB Goslar zeigt Gesicht für mehr Zivilcourage

Imam Vahit Eker und der Berliner Buchautor Fadi Saad unterstützen die Kaiserstädter Kampagne

Goslar (bo). Tuncay Girgin, Gemeindevorsitzender DITIB der Türkisch Islamischen Gemeinde zu Goslar e.V. und der Imam Vahit Eker konnten kürzlich den Buchautor Fadi Saad aus Berlin und Günter Koschig, Dialogbeauftragter (Polizei und Muslime) der Polizeiinspektion Goslar, in der DITIB- Moschee in Oker begrüßen.
Günter Koschig, der auch Leiter der Außenstelle Goslar des „Weißen Rings“ ist, bedankte sich im Namen der Initiatoren beim Imam Vahit Eker und Fadi Saad für die Teilnahme an der Goslarer Zivilcouragekampagne, die bundesweit einmalig ist. Neben den Zuvorgenannten haben insgesamt 50 Prominente die Goslarer Zivilcouragekampagne unterstützt. Ob Schauspieler, wie Ralf Möller, Heinz Hoenig, Jan Fedder oder Sportler wie Boxweltmeisterin Regina Halmich, Fußballprofis von Hannover 96 oder Eintracht Braunschweig, Parteichef Sigmar Gabriel und Dr. Phillip Rösler, alle zeigen Gesicht für mehr Zivilcourage und fordern auf, bei Gefahr die Polizei über 110 zu rufen! Mit Aktionsplakaten, Kino- und Zeitungsanzeigen werben die fünf Kampagnenpartner; die Polizei Goslar, die Goslarsche Zeitung, das Fotostudio Photogeno, das Cineplexkino und der „Weiße Ring“ für eine Kultur des Hinsehens, Handelns und Helfens.
Von der Aktionsfotografin Heike Göttert eindrucksvoll in Szene gesetzt, fordern die Teilnehmer(innen) mit kurzen Statements zu mehr Zivilcourage auf. Während der Iman Vahit Eker „Aufeinander zugehen“ gewählt hat, sind der Berliner Quartiersmanager Fadi Saad mit „Verstecke dich nicht“ und der Opferhelfer Günter Koschig mit „Rettet die Opfer“ vertreten. Die Ausstellung ist zurzeit in der TU Clausthal zu sehen. Weitere Ausstellungen sind in Hannover, Braunschweig und Berlin geplant. Der Berliner Fadi Saad und Günter Koschig sind vom Engagement der Goslarer DITIB Gemeinde begeistert. Gemeinsam mit ihr planen beide weitere Präventionsveranstaltungen.
Hinsehen statt wegschauen, Engagement statt Ignoranz: Das ist das Ziel der bundesweiten Initiative der Polizei zur Förderung der Zivilcourage. Die „Aktion-tu-was“ wird seit ihrem Start im Jahr 2001 in vielen Bundesländern in zahlreichen Projekten erfolgreich umgesetzt. „Die bundesweite Initiative der Polizei zur Förderung der Zivilcourage hat sich erstaunlich gut entwickelt – das ist das Verdienst vieler Akteure, die in den vergangenen zehn Jahren bundesweit zahlreiche Projekte und Veranstaltungen im Namen der „Aktion-tu-was“ organisiert haben“, sagt Prof. Dr. Wolf Hammann, Vorsitzender der Polizeilichen Kriminalprävention der Länder und des Bundes und Landespolizeipräsident von Baden-Württemberg. Mit der 2001 gestarteten Initiative will die Polizei mehr Bürgerengagement im öffentlichen Raum und eine Kultur des Hinschauens fördern. „Wenn es den Mitmenschen egal ist, ob jemand belästigt oder geschlagen wird, wenn Parkbänke oder Kinderspielplätze beschädigt oder Gebäude verunstaltet werden, dann beeinflusst das negativ das Sicherheitsgefühl der gesamten Bevölkerung“, erklärt Hammann. Doch nicht immer wissen Menschen, wie sie sich in einem Ernstfall verhalten sollen oder haben Angst, selbst zum Opfer zu werden. Deswegen klärt die Initiative mit sechs Verhaltensregeln darüber auf, wie jeder im Ernstfall Zivilcourage zeigen kann, ohne sich selbst in Gefahr zu bringen. „Viele Straftaten können nur mit der Bevölkerung verhindert oder aufgeklärt werden – es reichen oft Kleinigkeiten wie das Wählen des Notrufs, um anderen zu helfen“, sagt Hammann.
Die sechs Regeln der Aktion-tu-was sind in den zehn Jahres ihres Bestehens in zahlreichen regionalen und lokalen Projekten der Polizei und anderen Präventionsträger vermittelt worden:
•Ich helfe, ohne mich selbst in Gefahr zu bringen.
•Ich fordere andere aktiv und direkt zur Mithilfe auf.
•Ich beobachte genau, präge mir Täter-Merkmale ein.
•Ich organisiere Hilfe unter Notruf 110.
•Ich kümmere mich um Opfer.
•Ich stelle mich als Zeuge zur Verfügung.