Elternwille gibt den Ausschlag

An der Oberschule Seesen wird zum 1. August 2015 ein gymnasialer Zweig eingerichtet. Die Kreistagsabgeordneten folgten damit mehrheitlich dem klar geäußerten Elternwillen.

An der Oberschule Seesen wird zum 1. August 2015 ein gymnasialer Zweig eingerichtet

Die Oberschule Seesen bekommt zum Schuljahreswechsel 2015/2016 den gewünschten gymnasialen Zweig. Dies entschied am Montag die Mehrheit des Kreistages nach einer konstruktiv geführten Debatte, die jedoch auch nachdenkliche Töne enthielt.
Den Ausschlag für das positive Votum hatte für die meisten Abgeordneten am Ende der deutlich geäußerte Elternwille gegeben, dem sie sich trotz Bedenken verpflichtet fühlten. Manche Kreistagspolitiker zeigten sich jedoch enttäuscht über das Verhalten einiger Eltern.
So bezeichnete unter anderem Schulausschussvorsitzender Hartmut Humm (CDU), die zum Teil auch in der Presse veröffentlichten Attacken von Eltern als „unfair“, und das Gezerre um eine sachgerechte Entscheidung bei diesem zuletzt sehr kontrovers diskutierten Thema hätte ihm in den vergangenen Wochen so manche „schlaflose Nacht“ bereitet und ihn „nachdenklich gestimmt“.
Humm warb schließlich aber wegen inhaltlicher Bedenken um Verständnis, dass er sich bei dieser Abstimmung der Stimme enthalten würde.
So merkte der Christdemokrat unter anderem an: „Ich hoffe, dass wir mit dieser Entscheidung jetzt kein Fass aufgemacht haben, das wir später nicht mehr kontrollieren können.“
Der aus Mechtshausen stammende SPD-Kreistagsabgeordnete Rolf Mild erläuterte, wohl auch für die anwesenden Eltern auf der Zuschauertribüne, dass es sich bei der Suche nach einer sachgerechten Entscheidung kein Politiker in Schul- oder Kreisausschuss leicht gemacht habe, denn es galt zu bedenken, dass die Einführung eines gymnasialen Zweiges an einer Oberschule für den Landkreis „Neuland sei“.
Dies sei auch einer der Gründe, warum sich der Entscheidungsprozess so langwierig gestaltete. Dennoch, so betonte es Mild, fühle sich die SPD trotz unterschiedlicher Auffassungen dem Elternwillen und dem damit klaren rechtlichen Rahmen des Schulgesetzes verpflichtet. In Richtung der Kollegien von Oberschule und Jacobson-Gymnasium richtete Mild den Appell, das zwischen den beiden Lehranstalten eine „echte Kooperation“ wachsen möge.....