Erfolgsgeschichte wird fortgesetzt

Die erfolgreiche Arbeit der WiReGo ist durch die Unterzeichnung des Finanzierungsvertrages gesichert (2. Reihe von links): Torsten Janßen, Vorstandsvorsitzender der Volksbank im Harz, Jörg Hahne, Vorstandsmitglied der Volksbank Seesen, WiReGo-Geschäftsführer Dr. Jörg Aßmann sowie Alf Hesse, Bürgermeister Liebenburg, Landrat Thomas Brych und Herman Mehrens, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Goslar (1. Reihe von links).

Landkreis, Gemeinden und Banken verlängern Finanzierungsvertrag der WiReGo

Was laut Aussage von Herman Mehrens, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Goslar/ Harz, im August 2010 etwas holprig startete, sich inzwischen aber zu einer Erfolgsgeschichte entwickelte, wird fortgesetzt: Die Rede ist von der WiReGo, der Wirtschaftsförderung der Region Goslar. Seit Beginn getragen von Landkreis, seinen acht Mitgliedsgemeinden, der TU Clausthal sowie von sechs Kreditinstituten hat sich die landkreisübergreifende Wirtschaftsförderungsgesellschaft seit 2010 zu einem wichtigen Ansprechpartner und Bindeglied für Unternehmer, Unternehmensgründer und Investoren entwickelt.

Dieser Bedeutung verliehen die Gesellschafter gestern Ausdruck, indem sie den nach fünf Jahren ausgelaufenen Finanzierungsvertrag bis zum Jahr 2020 verlängerten. Insgesamt wird die WiReGo in dieser Zeit mit einer Summe von rund 1,77 Millionen Euro unterstützt, was einer Steigerung der Finanzierung um 110.000 Euro entspricht. Zusätzlich plant die Wirtschaftsförderung ab diesem Jahr auch eigene Umsätze aus der Vermarktung spezieller Dienstleitungen in Höhe von rund 100.000 Euro zu generieren. In der Summe kann die WiReGo damit jährlich über rund 450.000 Euro verfügen. Geld, das vor allem die Personalkosten und Aufwendungen in der Verwaltung deckt. Aktuell besteht das Team der Wirtschaftsförderung aus sechs Mitarbeitern.

Landrat Thomas Brych zeigte sich im Rahmen der Vertragsunterzeichnung bester Laune und lobte die „fruchtbare Kooperation und gute Zusammenarbeit“ von Finanzwirtschaft, TU Clausthal und öffentlicher Verwaltung, die einen „echten Mehrwert für die Region geschaffen hat“. Die Verlängerung des Finanzierungsvertrages bezeichnete Brych deshalb auch als ein „deutliches Bekenntnis zur WiReGo“. In diesem Zusammenhang sprach der Landrat auch bewusst von „unserer WiReGo, da er die Wirtschaftsförderungsgesellschaft als ein „echtes Gemeinschaftswerk“ erachtet.

In Richtung von WiReGo-Geschäftsführer Dr. Jörg Aßmann bemerkte Brych zur Verlängerung des Finanzierungsvertrages: „Wir haben ihnen jetzt die Bälle zugespielt, jetzt müssen sie auch die Tore schießen.“ Eine Aufgabe, die Dr. Aßmann und sein Team gerne annehmen werden, denn wirft man nur mal einen kurzen Blick auf die bisher geleistete Arbeit, wird deutlich, dass die WiReGo sehr geschäftig ist. So wurden seit Bestehen unter anderem 200 kostenfreie Gründungsberatungen durchgeführt, rund 1.000 Unternehmen besucht, 400 Unternehmensvorhaben betreut, 200 Investoren aus dem gesamten deutschsprachigen Raum aktiv angesprochen sowie zahlreiche Projekte wie beispielsweise der Beteiligungsfonds, das Beratungsnetzwerk Region Goslar und die Aktion „Businessbotschafter“ ins Leben gerufen.

Schwerpunktmäßig, so Dr. Aßmann, beschäftige sich die WiReGo mit der Gründungsberatung der damit einhergehenden Unterstützung bei Unternehmensgründungen, der Bestandspflege bestehender Unternehmen sowie dem Standortmarketing. Kernthema bei der Arbeit der WiReGo sei die Einzelfallberatung, bei der sich Unternehmen der gesamten Region zumeist kostenfrei kompetenten Rat einholen können.

Liebenburgs Bürgermeister Alf Hesse bezeichnete die Arbeit der WiReGo für seine Gemeinde als unverzichtbar, da der Aufbau einer eigenen Wirtschaftsförderung für eine Kommune von der Größe Liebenburgs sehr schwierig sei. „Für uns ist das eine gute Möglichkeit, da wir weder über das nötige Personal noch die fachliche Expertise verfügen“, sagte Hesse sinngemäß. Zwar werde auch er immer wieder gefragt, was die WiReGo bisher konkretes für die Gemeinde Liebenburg geleistet habe, diese Frage aber nicht pauschal beantwortet werden könne. „Es ist unwahrscheinlich, dass es Dr. Aßmann und seinem Team gelingt die Zentrale von Microsoft nach Liebenburg zu holen“, so Hesse. Darum ginge es aber auch nicht primär, sondern Liebenburg als Wohngemeinde profitiere auch davon, so Liebenburgs Verwaltungschef weiter, wenn in der näheren Umgebung erfolgreiche Wirtschaftsförderung betrieben würde, und das hätte die WiReGo in jedem Fall geleistet. Eine Aussage, die auch Braunlages Bürgermeister Stefan Grote so unterschreiben konnte.

Torsten Janßen, Vorstandsvorsitzender der Volksbank im Harz eG, wertete die Gründung der WiReGo und der damit einhergehenden „Bündelung der Kräfte als unbedingt notwendig“ und schreibt ihrer Arbeit einen wichtigen „Multiplikatorenfaktor“ zu. Die extreme Notwendigkeit einer gemeinsamen Wirtschaftsförderung sei zwar vom Grunde her immer noch aktuell, so Janßen weiter, doch die Arbeit von Dr. Aßmann und seinen Mitarbeitern habe durchaus nennenswerte Erfolge hervorgebracht. So sei der Landkreis als Wirtschaftsstandort deutlich besser in der Wahrnehmung potentieller Investoren verankert. Bei Konzernentscheidungen, wie beispielsweise der Schließung des Seesener Heinz-Werkes, sei aber auch eine Gesellschaft wie die WiReGo machtlos, erklärte Janßen in seinen weiteren Ausführungen.

Und auch Herman Mehrens ist von der Tätigkeit der WiReGo überzeugt. Dabei begrüßt er vor allem das Projekt der Mikrobeteiligungen, das es jungen Unternehmensgründern ermöglicht finanzielle Hilfe in Anspruch zu nehmen ohne gleich auf eine Kfw-Finanzierung zurückgreifen zu müssen, die „auf einem sehr hohen Level“ ansetze.

Grundsätzlich ist Dr. Jörg Aßmann, was die wirtschaftliche Entwicklung des Landkreises Goslar betrifft, positiv gestimmt. Es sei jede Menge in Bewegung und es gäbe auch zahlreiche Investoren die Interesse an einer Ansiedlung oder Beteiligung in der Region signalisierten. Mit Blick auf den Standort Seesen meinte Dr. Aßmann, dass es in der Vergangenheit zwar nicht immer leicht gewesen sei, die Sehusastadt aber aufgrund ihrer exponierten Lage an der Bundesautobahn 7 ein interessanter Standort für Gewerbeansiedlungen sei. So habe aktuell ein norwegisches Unternehmen Interesse an einer Niederlassung bekundet.