„Es gibt nichts Gutes, außer man tut es“

Die geehrten Opferhelfer des Weissen Ringes. Der Ehrung wohnte auch der Landtagsabgeordnete Dr. Alexander Saipa (2. von links) bei. (Foto: bo)

Langjährige ehrenamtliche Opferhelfer des Weissen Ringes für ihr Engagement geehrt

Günter Koschig, seit nahezu 30 Jahren Leiter der Außenstelle Goslar (AS) des Weissen Ringes, konnte beim letzten Mitarbeitertreffen bei der Polizei Goslar einen besonderen Gast begrüßen: den Abgeordneten des Niedersächsischen Landtages, Dr. Alexander Saipa.
In seinem Grußwort betonte dieser die Bedeutung der Arbeit der größten Opferschutzorganisation und bekundete seinen Respekt vor dem Engagement der ehrenamtlichen Helfer, von denen es alleine elf in der AS Goslar gibt. Knapp 50.000 Mitglieder des Weissen Ringes im Bund, knapp 5000 in Niedersachsen und 161 vor Ort unterstützen Opferhilfe und Prävention in Deutschland, so Koschig bei den erfolgten Ehrungen langjähriger Mitarbeiter vor Ort.
„Es gibt nichts Gutes, außer man tut es“, mit diesen Worten von Erich Kästner überreichte Koschig Renate Wolf (fünf Jahre), Rechtsanwalt Stephan Barz (zehn Jahre) beide aus Seesen, Christa Diederichs-Herbst (zehn Jahre) aus Bad Harzburg und Heike Wolters (zehn Jahre) aus Goslar die von der Bundesvorsitzenden Roswitha Müller-Piepenkötter ausgestellten Urkunden und eine kleine Uhr. „Diese Uhr und ihr Herz schlägt für Opferschutz und Prävention“, so Koschig in seiner Laudatio für die Geehrten, die bislang mehr als 200 Kriminalitätsopfer im Landkreis Goslar betreut haben.
„Ob Fälle von häuslicher Gewalt, sexuellem Missbrauch, Körperverletzungen oder auch Tötungsdelikte, stets wurde den Opfern schnell und unbürokratisch eine Hand gereicht.“ Opferhelfer Heike Wolters, früher selber mal Polizistin, hat zudem in zahlreichen Vorträgen vor Seniorenclubs Tipps vor Gaunereien gegeben und somit positiv zum Sicherheitsgefühl in der Bevölkerung beigetragen.
Christa Diederichs-Herbst war bei vielen Veranstaltungen in Schulen präsent und hat dort sportliche Alternativen zu Mobbing, Frust und Gewalt aufgezeigt. Volljurist Stephan Barz hat unzähligen Opfern vor Gericht den Rücken gestärkt, während Renate Wolf die Expertin in Fragen der Opferentschädigung nach dem Opferentschädigungsgesetz war.
Die Jugendbeauftragte für Niedersachsen, Stefani Artelt, beeindruckte mit ihrem Statement junge Leute für den Opferschutzgedanken zu gewinnen. Ebenso die Juristen Uwe Hoffmann und Heiko Pilgermann die erläuterten, wie sie laufende Prozesse als Nebenkläger für die Opfer erfolgreich gestaltet haben.
Als Gast konnte Denis Habig, Medienbeauftragter der Goslarer Zivilcouragekampagne (GZK), mit seiner Präsentation der GZK alle überzeugen.
Abschließend formulierte Koschig den Wunsch an die Politik einer Täterberatungsstelle in Goslar (die nächsten gibt es in Hildesheim und Osterode). Insbesondere die Opfer häuslicher Gewalt würden sich viel besser fühlen, wenn der aggressive Mann im Ernstfall nicht nur 14 Tage von der Polizei weggewiesen wird, sondern wenn er professionell betreut wird und gegebenenfalls ein notwendiges Anti-Aggressions-Training bekommt.