Ex-Freund und Komplize töteten Schwangere

Ein Jugendlicher aus Goslar und einer aus Salzgitter in Untersuchungshaft / Verdacht gemeinschaftlicher Mord

Kerzen und Kuscheltiere wurden am nächsten Tag vor dem Haus niedergelegt. Unfassbar war die Tat: Am Abend des 5. Februars wurde eine 18-jährige Schwangere niedergestochen. Zwei 19-jährige Männer – der eine ihr Ex-Freund, der andere sein Komplize – sollen die Tat in der Suthwiesenstraße in Salzgitter-Lebenstedt verübt haben.

Gut drei Monate nach dem Mord ist die Staatsanwaltschaft Braunschweig von der Schuld der beiden Männer überzeugt. Jetzt wurde Anklage bei der Jugendstrafkammer wegen des Verdachts des gemeinschaftlichen Mordes in Tateinheit mit einem Schwangerschaftsabbruch im besonders schweren Fall erhoben.
An jenem Februarabend wurde die junge Frau tot in ihrer Wohnung aufgefunden. Polizeibeamte hatten das Tatwerkzeug, ein Messer, vor der Tür entdeckt. Den Vorfall beschreibt die Staatsanwaltschaft wie folgt: Die Angeschuldigten sollen das Opfer in ihrer Wohnung in Salzgitter aufgesucht und das arglose Opfer zunächst in ein scheinbar harmloses Gespräch über eine anstehende Ultraschalluntersuchung verwickelt haben. Im weiteren Verlauf der Unterhaltung sollen die Angeschuldigten das Opfer schließlich überwältigt und mit einem, zu diesem Zweck mitgeführten, Messer getötet haben. Sie sollen mehrfach mit dem Messer in den Oberkörper der Schwangeren gestochen haben.
Bei ihrer anschließenden Flucht durch ein Fenster der Wohnung verletzte sich ein Angeschuldigter am Fuß und wurde daraufhin durch die Polizei aufgegriffen. Der zweite Angeschuldigte konnte zunächst fliehen.
Der vor Ort festgenommene Angeschuldigte hat die Tat eingeräumt, der Vater des ungeborenen Kindes hat eine Tatbeteiligung bestritten, teilt Julia Meyer, Sprecherin der Staatsanwaltschaft Braunschweig mit. Motiv für die Tat sei die aus der Beziehung mit dem Opfer resultierende Schwangerschaft, die für den Vater offenbar eine erhebliche persönliche und finanzielle Belastung dargestellt habe.
Beide Männer befinden sich seit dem Vorfall in Untersuchungshaft. Sie sind zuvor strafrechtlich noch nicht in Erscheinung getreten, heißt es dazu. Im Falle einer Verurteilung nach dem Jugendgerichtsgesetz droht den Angeschuldigten eine Jugendstrafe bis zu zehn Jahren. Sollte das Gericht die besondere Schwere der Schuld feststellen, kommt auch die Verhängung einer Jugendstrafe von 15 Jahren in Betracht. Anders sieht es aus, wenn das Erwachsenenstrafrecht zum Tragen kommt. Sofern das allgemeine Strafrecht für Erwachsene in der Hauptverhandlung Anwendung finden, stünde eine Verurteilung zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe im Raum.