Falscher Makler ergaunert 35.000 Euro

Ehepaar aus Bad Harzburg betroffen / Geldübergabe fand am Bahnhof in Hannover statt

Sehr raffiniert gehen die Täter oft vor, um sich Geld zu ergaunern.

Genau so ist es in Bad Harzburg einem Ehepaar ergangen. Am Ende wurden sie um ihre vereinbarte Maklerprovision in Höhe von 35.000 Euro gebracht.
Das ältere Ehepaar hatte ihre im Oberharz befindlichen Immobilien über entsprechende Anzeigen, unter anderem im Internet bei Immobilienscout24, bereits einige Monate zum Kauf angeboten. Daraufhin meldete sich im November vergangenen Jahres ein angeblich französischer Makler bei ihnen, verabredete einen Besichtigungstermin und reiste dazu angeblich mit dem Flugzeug nach Hannover und anschließend mit einem Taxi an. Der Mann wird zwischen 40 und 50 Jahre alt, sowie auf 1,70 Meter groß geschätzt. Er ist schlank, trägt einen Drei-Tage-Bart, grau-melierte Haare und normale Bekleidung, unter anderem ein beigefarbener Trenchcoat. Auf das Paar machte er einen vertrauenswürdigen Eindruck, sprach sowohl Französisch als auch Deutsch ohne Akzent und betonte fortlaufend, jüdischer Abstammung zu sein. Nach dem Besichtigungstermin, bei dem er sich alles fachmännisch und genau ansah, brachte ihn das Ehepaar zum Bahnhof nach Bad Harzburg, von wo er seine Rückreise antreten wollte. Ungewöhnlich ist es, aber besser kann es aus Sicht der Polizei nicht laufen. Dass hier möglicherweise ein Betrug seinen Anfang nimmt, daran denkt der arglose Verkäufer zu diesem Zeitpunkt noch nicht.
Danach tat sich ein paar Wochen lang zunächst nichts, bis er sich nach einigen Telefonaten, bei denen regelmäßig eine Telefonnummer mit französischer Landesvorwahl auftauchte, meldete und mitteilte, er wolle beide Immobilien für einen Kunden zum angegebenen Preis erwerben.
Das Ehepaar beauftragte einen ortsansässigen Notar mit der Anfertigung eines entsprechenden Kaufvertrages, der in Fotokopie auch dem vermeintlichen Käufer zugesandt wurde. Schließlich vereinte der Makler mit ihnen vor Kurzem ein Treffen in Hannover, bei dem nicht nur die Maklergebühr, sondern bereits auch ein Teil des Kaufpreises übergeben werden sollte. Die Beteiligten trafen sich vor dem Hauptbahnhof in Hannover und ging von dort aus in eine nahegelegenes Café, wo sie sich im Außenbereich an einen Tisch setzten. Nachdem der angebliche Makler zweimal telefonierte, dabei den Tisch kurz verlassen hatte und hin- und hergegangen war, tauchte plötzlich ein Auto auf. Er forderte daraufhin die Maklerprovision, angeblich um es zu zählen. Doch dazu kam es nicht, nach Übergabe des Betrages rannte er stattdessen zu diesem Fahrzeug und stieg ein, woraufhin sich das Auto sehr schnell in unbekannte Richtung entfernte.
Nachdem die 35.000 Euro weg waren, schalteten die beiden Bad Harzburger die Polizei ein.  Die Goslarer Polizei rät unter anderem besonders vorsichtig zu sein, „wenn ein Käufer bereitwillig auf den von Ihnen veranschlagten Kaufpreis eingeht, ohne verhandeln zu wollen. Überprüfen Sie, wer Ihr Geschäftspartner ist und wer dahinter steht. Wird eine Firma genannt, sollte überprüft werden, ob es diese wirklich gibt“.