Feierwütige haben Dank der Polizei keine Chance

Jedes Auto, das in die Ortschaft Lutter einfuhr wurde von den Beamten der Polizei kontrolliert.

Polizei und Feuerwehr riegeln den Flecken Lutter komplett ab / Samtgemeinde hatte Verbot der Facebook-Party verfügt

Ein Großaufgebot aus Polizei, Feuerwehr und Kräften des DRK haben am Freitagabend das von der Samtgemeinde verfügte Partyverbot in Lutter durchgesetzt. Hintergrund war die Party-Einladung einer jungen Lutteranerin, die ihre Fete versehentlich öffentlich über das soziale Netzwerk Facebook angekündigt hatte. In der Folge sagten 3.000 vermeintlich feierwütige Facebook-Nutzer ihr Kommen zu.
In der Vergangenheit sind derartige Partys häufig eskaliert, da die Gastgeber keinen Überblick mehr über die Anzahl der Partybesucher hatten, und viele Leute nur mit der Absicht zu randallieren anreisten.
In den vergangenen Wochen schlug die Partyeinladung in Lutter hohe Wellen und veranlasste die Samtgemeinde am Ende dazu, ein Partyverbot zu verfügen. Der „Beobachter“ hat sich aus Rücksicht auf die junge Lutteranerin nicht an der Berichterstattung über die Facebook-Party beteiligt.
Die Allgemeinverfügung der Samtgemeinde, die zusammen mit dem Landkreis Goslar erarbeitet wurde und dieser Zeitung vorliegt, bildete die Grundlage für den Polizeieinsatz.
Alle Ortseingänge wurden am Freitagabend von Seesener, Goslarer und Braunschweiger Polizisten kontrolliert. Die Feuerwehr blockierte die Feldwege. Kein Fahrzeug wurde ohne vorherige Kontrolle in den Ort gelassen. Die Einsatzzentrale wurde im Rathaus der Samtgemeinde aufgeschlagen. Dort fanden sich neben dem Einsatzleiter der Polizei, Bernward Geudert, dem Pressersprecher der Polizeiinspektion Goslar, Sascha Göritz, auch Samtgemeindebürgermeister Peter Kühlewindt und Lutters Ortsbürgermeisterin Kartin Rösler-Brandt ein, um den Ablauf des Einsatz zu koordinieren beziehungsweise zu verfolgen. Am Ende des Abends hatte die Polizei 64 Platzverweise ausgesprochen. Grundsätzlich, so bestätigte es Frank Decker vom Polizeikommissariat in Seesen gestern, ist es in der Nacht aber glücklicherweise relativ ruhig geblieben. „Das Wetter hat uns dabei wohl auch in die Karten gespielt“, so die Einschätzung Deckers.
Polizeipressesprecher Göritz sagte bereits am Freitagabend, dass mit derartigen Veranstaltungen „nicht zu spaßen ist.“ „Die Samtgemeinde hat mit der Verfügung eines Party-Verbots genau richtig gehandelt“, so Göritz. Auch Samtgemeindebürgermeister Peter Kühlewindt sagte, dass „die Folgen nicht abschätzbar gewesen seien.“ Deshalb habe die Verwaltung diesen Schritt gewählt.
Wer am Ende die Kosten für diesen Großeinsatz tragen wird ist noch nicht bekannt. Das junge Mädchen hat jedoch nichts zu befürchten, wie Göritz erklärte. „Als sie merkte, dass die Geschichte vollkommen aus dem Ruder läuft hat sie sofort Hilfe gesucht. Das war vorbildlich.“