Fels setzt bei Personal den Rotstift an

Unternehmenssprecher Bernd Röwert bestätigt im Gespräch mit dem „Beobachter“ den geplanten Stellenabbau bei Fels. Insgesamt könnten bis zu 45 Mitarbeiter in Goslar und Münchehof ihre Jobs verlieren.

Rund 45 Stellen könnten noch dieses Jahr in Goslar und Münchehof abgebaut werden

Was bisher nur in Form von Gerüchten und Mutmaßungen die Runde machte (der „Beobachter“ berichtete), wird nun bittere Realität. Die Felswerke planen noch in diesem Jahr an ihrem Verwaltungssitz in Goslar und in ihrem Werk in Münchehof rund 45 Stellen abzubauen. Dies bestätigte Unternehmenssprecher Bernd Röwert im Gespräch mit dem „Beobachter“. Auch an anderen Produktionsstandorten der Fels-Werke GmbH ist der Abbau von Personal vorgesehen.
Am Hauptsitz der Firma Fels in der Kaiserstadt könnten laut aktuellem Stand rund 30 Mitarbeiter von den Streichungsplänen betroffen sein.

Im Werk in Münchehof könnte es bis zu 15 Mitarbeiter treffen. Die Gespräche mit den betroffenen Mitarbeitern laufen bereits, und Entscheidungen würden in Kürze erwartet.
Grund für den Abbau von Arbeitsplätzen ist ein die gesamte Xella-Gruppe betreffendes Effizienz- und Einsparprogramm mit dem Namen „X-Celerate“, das die Firmengruppe zusammen mit der Unternehmensberatung McKinsey erarbeitet.
Das Effizienzprogramm hat laut Röwerts Aussage das Ziel, die Unternehmen der Xella-Gruppe fit für die Zukunft zu machen und bis 2017 etwa 80 Millionen Euro einzusparen: „Seit der Wirtschaftskrise 2008/2009 beobachten wir eine rückläufige Nachfrage auf wichtigen Märkten. So sind beispielsweise die Anzahl der Baugenehmigungen in den Niederlanden um 70 Prozent und in Ländern wie Polen um 40 Prozent gesunken. Diese Entwicklungen haben direkte Auswirkungen auf die Geschäfte der Xella-Gruppe“, erläutert Röwert.
Das Unternehmen könne deshalb auch nicht warten bis sich die Märkte wieder beruhigt haben, sondern müsse selbst die Initiative ergreifen. „Wir haben bestimmte Renditeerwartungen und diese Erwartungen haben wir nicht erreicht. Aus diesem Grund müssen wir handeln, vor allem auch mit Blick auf die auseinander laufende Preis-Kosten-Schere “, so die klare Aussage von Unternehmenssprecher Röwert.
Konkret bedeutet das, dass die gesamten Betriebsabläufe in den Felswerken und den weiteren Unternehmen der Xella-Gruppe genau durchleuchtet und anschließend optimiert werden. Diese Neuausrichtung hat auch einen Umbau der Holding-Strukturen zur Folge. So sollen am Hauptstandort der Xella-Gruppe in Duisburg künftig verstärkt die Fäden zusammen laufen. Das beinhaltet unter anderem die Einrichtung eines zentralen Einkaufs sowie die Übernahme des Personal- und Informationsmanagements. Die Buchhaltung für die Felswerke, die bisher vom Standort Goslar aus bearbeitet wurde, soll in ein so genanntes „Shared-Service-Center“ nach Rumänien ausgelagert werden. Dort seien die Kosten für die aufwendige Buchhaltung schlicht geringer.
Das Eiffiziensprogramm beinhalte jedoch auch Investitionen in Millionenhöhe. „Um die Betriebs- und Produktionsabläufe optimieren und modernisieren zu können sind hohe Investitionen notwendig. Diese sollen in den nächsten Jahren erfolgen“, erklärt Bernd Röwert gegenüber dieser Zeitung.
Eine Standortdebatte werde es im Zuge von „X-Celerate“ nicht geben. „Weder unser Standort in Münchehof noch der Hauptsitz in Goslar werden in Frage gestellt. Und auch alle anderen Werke werden weiter bestehen“, unterstreicht Röwert.
Im Management ist man sich indes durchaus darüber bewusst, dass der Personalabbau eine Region trifft, die wirtschaftlich ohnehin schwer gebeutelt ist. „Unser Ziel ist es besser zu werden, und das heißt, wir müssen Kosten einsparen“, sagt Röwert. Dass dies für die vom Stellenabbau betroffenen Mitarbeiter nur wenig Trost spendet, ist Röwert klar. „Da stecken natürlich Einzelschicksale hinter, die auch mich nicht kalt lassen, doch wenn wir auch in Zukunft erfolgreich sein wollen, führt an diesem Programm kaum ein Weg vorbei.“ Wie Röwert gegenüber dem „Beobachter“ versicherte wird der Stellenabbau in Münchehof und Goslar sozialverträglich ablaufen und den Mitarbeitern würden wirklich gute Angebote unterbreitet. Für die vom Jobverlust betroffenen Mitarbeiter ist es aber nichtsdestotrotz ein harter Schlag. Solche Stimmen sind aus Betriebsratkreisen zu vernehmen.