Filmfestival zum Thema Inklusion

Die beiden Heilpädagogikschülerinnen Tanja Semmelroggen und Christina Bauersfeld haben in der letzten Woche auf ihrer Werbetour auch beim „Beobachter“ vorbeigeschaut.

Ausbildungsklasse Heilpädagogik des BBS Goslar-Baßgeige/Seesen startet vielversprechendes Projekt

Das Thema Inklusion hat in der bundesdeutschen Bildungsdebatte inzwischen einen großen Stellenwert. Landauf landab versuchen Bildungsexperten und Pädagogen, sinnvolle Konzepte zu erarbeiten, die Menschen mit Behinderungen ermöglichen sollen am „normalen“ Schul- und Ausbildungsbetrieb teilzuhaben.
Die Ausbildungsklasse Heilpädagogik der Berufsbildenden Schulen Goslar-Baßgeige/Seesen hat sich ebenfalls diesem Thema angenommen, und unter der Schirmherrschaft von Frauke Keck-Pergner, Schulleiterin der BBS, ein Unterrichtsprojekt mit dem Titel „InKlusion IN GOslar“ ins Leben gerufen.
Im Kern handelt es sich bei dem Projekt um ein Filmfestival. Im Zeitraum von Februar bis Mai diesen Jahres werden in Zusammenarbeit mit dem Goslarer Theater und der Stadtjugendpflege vier Filme gezeigt, in denen Menschen mit Behinderungen die Hauptrollen bekleiden. Entstanden sind diese Filme zwischen 2002 und 2012.
Der Startschuss für das Filmfestival fällt bereist am Dienstag, 19. Februar. Ab 19 Uhr wird dann der deutsche Spielfilm „Verrückt nach Paris“ aus dem Jahr 2002 gezeigt. „Verrückt nach Paris“ erzählt die Geschichte von drei Menschen mit Behinderung, die beschließen, Urlaub vom alltäglichen Trott im Behindertenheim zu machen. Dieser temporeiche „Road Movie“ bietet nicht nur eine Menge Spaß, sondern liefert auch viel Stoff zum Nachdenken. Frank Grabski, einer der drei Hauptdarsteller wird an diesem Abend im Anschluss an den Film noch für Gespräche zur Verfügung stehen.
Der zweite Film „Berg Fidel ­– Eine Schule für alle“ wird am Dienstag, 5. März, ab 19 Uhr gezeigt. Der Streifen von Hella Wenders aus dem letzten Jahr dokumentiert den Schulalltag von vier Kindern, die an der inklusiven Grundschule „Berg Fidel“ in Münster unterrichtet werden. Mit viel Witz und Charme erzählen die Protagonisten aus ihrem Schulalltag und geben dem Thema „Inklusion“ mit ihrer offenen und unverblümten Art eine viel deutlichere Stimme als es so manch Erwachsener vermag.
Dieser Film wird übrigens auch am Mittwoch, 6. März, im Zuge der „Schulkinowoche Goslar“ gezeigt.
Der dritte Film, der am Dienstag, 16. April, ab 19 Uhr gezeigt wird trägt den Titel „Alles wird gut“. „Alle Schauspieler sind behindert, besonders die guten“, sagt Niko von Glasow, der einzige kurzarmige Regisseur Deutschlands über den 2012 erschienenen Film. Glasow castete 14 Profis und Laien mit und ohne Behinderung für ein Theaterstück. „Vordergründig eine Dokumentation über Behinderung und ihre Darstellung in Medien und Kunst, wird „Alles wird gut“ bald zu einer faszinierenden Reflexion über das Wahre, das im Fiktiven steckt – und umgekehrt“, wie es Filmkritiker Tim Slagman in seiner Rezension ausdrückt. Im Anschluss an die Vorführung wird ein Darsteller zum Gespräch zur Verfügung stehen.
Am Dienstag, 14. Mai, wird dann der vierte und letzte Film gezeigt. „Die Kunst, sich die Schuhe zu binden“ ist ein schwedischer Film. Diese fröhliche Komödie zeigt, dass eine gute Geschichte auch ganz ohne knallige Effekte und Starrummel auskommen kann. Im Kern sorgt der verkrachte Schauspieler Alex mit neuen Ideen für frischen Wind in einer Einrichtung für Menschen mit Handicap. Alle Vorführungen finden im Goslarer Theater statt.
Nach dem letzten Film soll auch ein Rückblick auf das gesamte Filmprojekt erfolgen. Fachleute aus unterschiedlichen Bereichen werden das Thema „Inklusion“ diskutieren.