Fünf Kirchen, fünf muskalische Erlebnisse

In den einzelnen Kirchen standen … (Foto: Hoffmann)

Churchwalk in der Kaiserstadt Goslar

Goslar. Pünktlich um 18 Uhr läuteten die Goslarer Kirchen den diesjährigen Churchwalk ein. In der übervoll besetzten Marktkirche eröffnete das Schlagzeugduo BPM – Blazing Percussion Music – im wahrsten Sinne des Wortes mit einem Aufschlag. Es bediente sich der Pauke und der Triangel und produzierte effektvolles Schlagzeug, das an Werkstattgeräusche erinnerte. Dann der Wechsel zu Marimben, auf denen die Musiker sehr harmonische und entspannende Werke musizierten. Ein Trommelwirbel gemahnte entfernt an einen Techno-Hit und animierte zum Fußwippen.
Überwiegend traf BPM den Geschmack des Publikums, denn es gab viel Beifall. Zusätzlich waren die neuen Kirchenfenster von Prof. Johannes Schreiter fertiggestellt worden, durch die schräg das Licht der Abendsonne fiel. Der Künstler hatte sich sogar unter die Zuschauer gemischt. Auf Anhieb war die Stimmung gut.
Auf dem Gang zur nächsten Kirche sah und hörte man Grüppchen begeistert schwärmen. Kontrastprogramm wurde in der Frankenberger Kirche geboten, wo Altus Paul Gerhardt Adam gastierte. Mit hoher, klarer Stimme und geheimnisvoll anmutenden lateinischen Texten verbreitete er eine feierliche Atmosphäre. Er begleitete sich mit zarten, zurückhaltenden Tönen auf seiner Fiedel. Unter den Zuschauern machte sich andächtige Stille breit.
Das polnische Trio „Only juzzt“ spielte in der St.-Stephani-Kirche swingende Rhythmen mit folkloristischen Elementen. Mit seinen Instrumenten Klavier, Schlagzeug und Zimbel verwandelte es sinfonische Werke in moderne Varianten. Das Andantante Sostenuto aus Peter Tschaikowskis Sinfoniekonzert Nr. 4 ließ nur noch in Ansätzen Vertrautes erkennen. Engagiert und mit viel Körpereinsatz spielten die drei Musiker. Charmant moderierten sie ihr Programm und bedankten sich für den großen Beifall mit einer Passage aus „Carmen“. Die Zimbel (Hackbrett) nahm den Werken ihre Schwere, ließ sie leicht und luftig wirken.
Ein besonderes Hörerlebnis bescherte das „duo glockenklang“ den Zuhörern in der Neuwerkskirche. Es verzauberte mit Arrangements für Handglocken und Bienenkorbglockenspiel. Fein und leicht brachte es unter anderem den Hit „Scarborough Fair“ von Simon & Garfunkel zu Gehör. Seinen Namen hat das Bienenkorbglockenspiel von der Form her, die an einen Bienenkorb erinnert. Auf solchen Glocken wurde im Mittelalter gespielt. Das passte zu der feierlichen Umgebung. Andächtig hörte das Publikum zu. Es machte rege von der Möglichkeit Gebrauch, einmal selbst die Glocken auszuprobieren. Zwischendurch konnte man die Fülle der Eindrücke bei Häppchen und einem Glas Wein auf sich wirken lassen. Passend zum Programm boten die Kirchen Snacks und Getränke an. Matthias Schlubeck und Isabel Moréton ließen den unvergesslichen Abend mit Panflöte und Harfe ausklingen. Fünf verschiedene Kirchen und unterschiedliche Musikrichtungen hatten aus dem Churchwalk ein Erlebnis gemacht. Dagmar Hoffmann