Fünf Mädchen entpuppen sich als Schlägergruppe

Polizei klärt Angriff auf dem Goslarer Bahnhofsvorplatz auf

Goslar (bo). Der Angriff auf die beiden zwölf und 13 Jahre alten Mädchen am 14. Mai auf dem Bahnhofsvorplatz in Goslar ist aufgeklärt. Als Tatverdächtige wurden fünf Mädchen im Alter zwischen 13 und 17 Jahren durch die Polizei ermittelt. Die mutmaßliche Haupttäterin ist 14 Jahre alt und kommt wie ein 14- und ein 15-jähriges Mädchen aus Goslar, zwei weitere Mädchen im Alter von 13 und 17 Jahren wohnen im Bereich Liebenburg.
Beamte des 6. Fachkommissariates, die regelmäßig in Sachen Kinder- und Jugendkriminalität ermitteln, hatten die Arbeit nach dem Übergriff aufgenommen. Nach einem Presseartikel mit den Phantombildern gingen bei der Polizei Hinweise ein, überwiegend von Goslarer Jugendlichen.
Nachdem sich mehrere Hinweise nicht bestätigt hatten und ein Mitglied der Mädchengruppe bei einer Lichtbildervorlage zunächst nicht wiedererkannt werden konnte, konzentrierten sich die Ermittler auf ein 14 Jahre altes Mädchen. Bei ihr wurde eine auffällige Übereinstimmung mit dem Phantombild der Haupttäterin einschließlich der beschriebenen Kette mit dem Namenszug festgestellt.
Bei einer Überprüfung mit erster Befragung gab dieses Mädchen zu, dass es am 14. Mai Streit mit zwei kleineren Mädchen auf dem Bahnhofsvorplatz gegeben hätte und nannte die Namen der anderen Mitglieder aus ihrer Gruppe. Nach dem Grund ihres Verhaltens befragt, konnte das Mädchen keinen konkreten Anlass angeben. Offensichtlich wurde aus einer Langenweile heraus Abwechslung gesucht.
Erschreckend hierbei: Es hatte keinerlei Vorbeziehung zu den Opfern oder gar eine Provokation durch diese gegeben. Gegen alle Mitglieder der Schlägergruppe wurden Strafverfahren eingeleitet und werden in den nächsten Tagen von der Polizei vorgeladen. Die Strafanzeigen werden anschließend zur weiteren Entscheidung der Staatsanwaltschaft Braunschweig übersandt. In dem Zusammenhang mit dem Geschehenen weist die Polizei darauf hin, dass bei entsprechenden Beobachtungen sofort die Polizei über den Notruf 110 informiert werden sollte.
Aggressives und gewalttätiges Verhalten, so die Polizei, könne durch Eingreifen und Hilfe verhindert werden. Dabei müsse nicht jeder bei einer Schlägerei dazwischen gehen.
Aus Sicht der PI Goslar gibt es sechs praktische Regeln für mehr Sicherheit im Alltag:
1. Ich helfe, ohne mich selbst in Gefahr zu bringen.
2. Ich fordere andere aktiv und direkt zur Mithilfe auf.
3. Ich beobachte genau, präge mir Tätermerkmale ein.
4. Ich organisiere Hilfe unter Notruf 110.
5. Ich kümmere mich um Opfer.
6. Ich stelle mich als Zeuge zur Verfügung.
Entschlossenes Entgegenwirken bei drohender Gefahr beinhaltet zugleich auch einen präventiven Aspekt. Kriminelle werden verunsichert, wenn sie sich nicht mehr darauf verlassen können, durch die Passivität möglicher Zeugen Schutz vor dem Zugriff der Polizei zu finden.