Fürs Pumpspeicherwerk fehlt noch viel Geld

Noch ist es nicht geklärt, ob auf dem Gelände des Wiemannsbuchtschachtes bei Bad Grund das erste Pumpspeicherkraftwerk im Harz entsteht.

Kreistag beschäftigt sich mit Pilotprojekt / Götz: „Das Land steht dem Vorhaben positiv gegenüber“

In seiner jüngsten Sitzung beschäftigte sich der Kreistag mit dem Pilotprojekt eines unterirdischen Pumpspeicherkraftwerkes im stillgelegten Wiemannsbuchtschacht bei Bad Grund. Landrat Stephan Manke unterstrich in seiner Antwort auf eine Anfrage vom Kreis- und Landtagsabgeordneten Rudolf Götz, der das Thema damit auf die Tagesordnung gebracht hatte, dass die Realisierung des Vorhabens stark an die Bereitschaft des Landes gekoppelt ist, finanzielle Unterstützung zu geben. Weiter betonte Manke, dass „der Bau eines Pumpspeicherwerkes eine große Chance für die Region ist, die im Zuge der aktuellen Debatte droht verspielt zu werden.“

Das Land steht positiv zu dem Projekt

Rudolf Götz monierte in seiner Anfrage eine von Landrat Manke getroffene Aussage in Bezug auf die Förderbereitschaft des Landes. Götz betonte in diesem Zusammenhang, dass das Land Niedersachsen stets positiv zu dem Vorhaben gestanden habe, und jetzt nicht der Eindruck entstehen dürfe, die Verantwortlichen in Hannover würden ihre Unterstützung verweigern. „Entscheidend bei der Umsetzung der Pläne ist die Wirtschaftlichkeit des Projektes. Ist diese nicht gegeben macht das ganze keinen Sinn“, so Götz, „da helfen dann auch Fördermittel des Landes nichts.“ Konkrete Zahlen für die Realisierung des Pumpspeicherkraftwerkes liegen indes nicht vor. Bisher stehen nur Schätzungen im Raum.
Kosten von 150 bis 200 Millionen Euro

So rechnen die Planer und Wissenschaftler des EFZN (Energieforschungszentrum Niedersachsen) in Goslar mit Kosten zwischen 150 und 200 Millionen Euro allein für die Realisierung des Pilotprojektes bei Bad Grund.
Aus den Untersuchungen des EFZN geht weiter hervor, dass neben der Pilotanlage in Bad Grund bis zu sechs weitere Pumpspeicherkraftwerke im Harz theoretisch realisierbar wären.
In den vergangenen Wochen kursierten Bedenken, das Projekt werde wohl nicht im Harz umgesetzt. Anteil daran hatte auch Rudolf Götz, der im Rahmen des Kreisparteitages der CDU vor etwa einer Woche sagte: „Wenn das Pumpspeicherwerk woanders umgesetzt wird, ist das auch nicht schlimm. Ich denke, das EFZN forscht und entwickelt für die ganze Republik.“
Jetzt sagten die Verantwortlichen der CDU, dass diese Aussage nicht bedeutet, sie hätten das Projekt ad acta gelegt, sondern dass es ihnen konkret um die Klärung der Rahmenbedingungen und der Wirtschaftlickeit gehe. Im Gespräch mit dem „Beobachter“ machte Götz nochmal deutlich, dass der „Ruf nach Fördermitteln zwar nachvollziehbar sei, die Leute aber auch mal auf dem Teppich bleiben sollten“.
Als Beispiel führte Götz dabei die Förderung des Jade-Weserportes durch das Land Niedersachsen an. „In dieses Projekt sind rund eine Milliarde Euro geflossen. Die Förderung hat sich aber über einen Zeitraum von mehreren Jahren erstreckt. Da können wir jetzt nicht mal eben kolportierte 150 Millionen Euro für ein Pumpspeicherkraftwerk forden“, erklärte Götz.
Ferner erinnerte der Christdemokrat an das Solarprojekt in Clausthal-Zellerfeld, das vor etwa fünf Jahren an einer ähnlichen Diskussion gescheitert ist. „Damals hieß es auch, das Land müsse Fördermittel bereitstellen. Die Folgen, der Debatte, die dadurch ausgelöst wurde, sollten hinlänglich bekannt sein. Der Solarpark wurde nie gebaut“, so der Kreis- und Landtagsabgeordnete. Und genau das befürchtet Götz jetzt auch für die Planungen des Pumpspeicherkraftwerkes.

VW prüft aktuell die Wirtschaftlichkeit

Wie es um die Wirtschaftlichkeit des Projektes bestellt ist, überprüft gegenwärtig die VW-Kraftwerks GmbH in einer Machbarkeitsstudie. Die Kraftwerks GmbH des großen Automobilkonzerns gehört neben dem lokalen Energieversorger Harz Energie und der Thüga-Gruppe, einem bundesweites Netzwerk von lokalen und regionalen Energieversorgern, zu den Interessenten. VW ist wohl bereit sich mit 50 Millionen Euro an dem Projekt zu beteiligen, vorausgesetzt die Politik sichere weitere Unterstützung zu.
Manke machte in seiner Antwort auf die Anfrage von Götz deshalb auch deutlich, dass es das EFZN selber war, das fragte, in welcher Form Förderungen durch das Erneuerbare Energien Gesetz (EEG) möglich sein. In diesem Zusammenhang fordert der Landrat eine Gesetzesänderung, da nach aktuellem Stand eine derart hohe Förderung überhaupt nicht möglich sei.
Rudolf Götz ist gegen eine solche Förderung, da der Stromkunde seiner Ansicht nach schon genug belastet ist. Dies gab der Landespolitiker bereits beim Kreisparteitag der Christdemokraten zu verstehen.