„Geflüchtete Menschen brauchen Perspektiven“

Bilal Chrqiyeh (2. von links) aus den Palästinensischen Gebieten und der Afghane Naveed Najimi (3. von rechts) gehören zu den ersten Teilnehmern eines Pilotprojektes, das in Goslar gestartet ist. Unternehmen bieten Praktikastellen und setzen damit auf das Beschäftigungspotential der Zuwanderer. Neben betrieblicher Orientierung steht auch berufsbezogener Sprachunterricht in der zwölfwöchigen Maßnahme der Agentur für Arbeit auf dem Lehrplan.

Maßnahme zur Arbeitsmarktvorbereitung in Goslar gestartet

Es ist ein noch sehr außergewöhnliches Projekt. Aber vielleicht ist es zukunftsweisend. Am Montag ist die erste Maßnahme für geflüchtete Menschen in Goslar gestartet.

Unternehmen bieten Praktikastellen und setzen damit auf das Beschäftigungspotential der Zuwanderer. Neben betrieblicher Orientierung steht auch berufsbezogener Sprachunterricht in der zwölfwöchigen Maßnahme der Agentur für Arbeit auf dem Lehrplan.
Die Idee, Flüchtlinge mit Bleibeperspektive möglichst schnell in sinnvolle Beschäftigung zu bringen, kommt bei den Arbeitgebern im Landkreis Goslar an. Das Praktikumsprojekt der Arbeitsagentur nimmt Fahrt auf. Am vergangenen Montag haben zwei Unternehmen den Startschuss gemacht und weitere sollen folgen.
Sprache, Bildung und Arbeit gelten als die wichtigsten Schlüssel zu einer gelingenden Integration. Ein Praktikum kann für geflüchtete Menschen ein erster Schritt sein, um die hiesige Arbeitswelt kennenzulernen, einen strukturierten Tagesablauf zu bekommen und perspektivisch auf dem Arbeitsmarkt Fuß zu fassen.

Thomas Brych: „Vermittlung in Arbeit ist ein wichtiger Faktor”

Die Agentur für Arbeit Braunschweig-Goslar entfaltet neben strategischen Überlegungen auch konkrete Projekte vor Ort. „Das angelaufene Projekt verfolgt den Ansatz „Work first“, also Arbeit mit integriertem Spracherwerb und nicht zunächst die reine Sprachvermittlung. Wir lassen die Flüchtlinge arbeiten, aber wir wollen auch berufsbegleitend qualifizieren, damit es nicht heißt: Einmal Helfer, immer Helfer“, beschreibt Harald Eitge, Leiter der Arbeitsagentur die Perspektiven. Ein beruflicher Einstieg bei fehlenden Sprachkenntnissen würde oft nur in schlecht bezahlten Branchen gelingen, so Eitge weiter. Auch Landrat Thomas Brych ist davon überzeugt, dass die Vermittlung der Flüchtlinge in den Arbeitsmarkt wesentlich ist: „Die Integration der Flüchtlinge hängt von drei entscheidenden Faktoren ab: neben der adäquaten Unterbringung und dem Erlernen der Sprache, als wichtigste Grundvoraussetzungen, gehört zweifellos die Vermittlung in Arbeit mit einem regelmäßigen Einkommen dazu. Zusammen mit der Agentur für Arbeit und Unternehmern aus unserer Region wollen wir nun mit dem Projekt dazu beitragen, die Flüchtlinge auf den Arbeitsmarkt vorzubereiten und ihnen echte Perspektiven in unserem Landkreis zu bieten“, erklärt Thomas Brych.

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