Geschäftsführerwechsel in den Harzkliniken: Dr. Rogge will vieles anders machen

Dr. Achim Rogge, neuer Geschäftsführer der Asklepios Harzkliniken, will zusammen mit seiner Pressesprecherin Nina Bernard für frischen Wind in den Häusern in Goslar, Bad Harzburg und Clausthal-Zellerfeld sorgen und mit dem schlechten Image und der Personalunzufriedenheit aufräumen. (Foto: Strache)

Der neue Geschäftsführer der Asklepios Harzkliniken, Dr. Achim Rogge, will mit schlechtem Image aufräumen

Von Maximilian Strache,
Goslar

Vor sieben Wochen hat Dr. Achim Rogge die Nachfolge von Ulrich Gnauck als Geschäftsführer der Asklepios Harzkliniken angetreten. Der promovierte Internist möchte mit dem schlechten Image der Kliniken in Goslar, Bad Harzburg und Clausthal-Zellerfeld aufräumen und die medizinische und pflegerische Qualität der Häuser ausbauen und wieder in den Vordergrund stellen.
In der Vergangenheit sind die Harzkliniken vor allem wegen der hohen Unzufriedenheit des Personals, Hygienemängeln und den damit einhergehenden Beschwerden von Patienten in die Schlagzeilen geraten. Eine bundesweite Personalbefragung in den Häusern von Asklepios ergab für die Kliniken in Goslar, Bad Harzburg und Clausthal-Zellerfeld die schlechtesten Noten im gesamten Konzern. „Das sind natürlich katastrophale Zustände, die nicht tragbar sind. Mein Hauptaugenmerk wird deshalb nicht alleine auf dem betriebswirtschaftlichen Erfolg der Häuser liegen, sondern vor allem auf dem Ausbau der medizinischen und pflegerischen Qualität, die nur in Verbindung mit einer breiten Zufriedenheit des Personals erreichbar ist“, schildert Dr. Rogge seine Absichten.
Als besonders wichtig stuft der Mediziner, der zuvor die Asklepios Kliniken in Bad Oldesloe geleitet hat, die aktive Einbindung der Mitarbeiter ein. „Medizinische Qualität“, so Rogge, „muss immer von allen Mitarbeitern gelebt werden. Das gesamte Personal muss sich mit seinem Arbeitsplatz identifizieren und so zufrieden sein, dass es bereit ist, sich aktiv und aus eigenem Antrieb heraus gewinnbringend in den Job einzubringen.“ Wie der Internist das erreichen will macht er mit folgender Formel deutlich: „Die Mitarbeiter müssen nicht nur Beteiligte sein, sie müssen Betroffene sein. Dass soll heißen, dass jede schlechte Bewertung der Klinik auch auf ihre persönlichen Leistung zurückzuführen ist.“
Für die Chefärzte und leitenden Mitarbeiter heißt das vor allem, ein positives Vorbild zu sein. Rogge will, ganz anders als sein Vorgänger Gnauck, auf eine dezentrale Führungsstruktur setzen. Die Chefärzte sollen ihre Mitarbeiter leiten und dazu anhalten die vereinbarten Standards und Forderungen einzuhalten. Am Beispiel Hygiene macht Rogge sein Konzept wie folgt deutlich: „Ich fordere bestimmte Hygienestandards von meinem Personal ein und lasse mir schriftlich quittieren, dass sie Kenntnis von den Vorschriften erlangt haben. Sollten die Anforderungen nicht erfüllt werden, kann das natürlich auch arbeitsrechtliche Konsequenzen zur Folge haben“, so die klare Aussage.
Ferner möchte Dr. Rogge die Zahl der Ärzte die bisher auf Honorarbasis für die Harzkliniken tätig waren auf Null herunterfahren. „Ein Honorararzt identifiziert sich nicht so stark mit dem Unternehmen wie ein festangestellter Arzt. Deshalb wird es auch auf der personellen Ebene Veränderungen und Umstrukturierungen geben“, stellt Rogge in Aussicht. Und deshalb ist der 47-Jährige auch händeringend auf der Suche nach neuen qualifizierten Ärzten. Unter anderem möchte er die Innere Medizin und die Chirurgie ausbauen.
Und auch eine Öffnung nach außen ist in Planung. „Wir wollen größtmögliche Transparenz schaffen und den Patienten Einblicke in unsere Arbeit geben“, sagt der Neue auf dem Geschäftsführerposten. Zu diesem Zweck hat Rogge auch seine Pressesprecherin Nina Bernard mit nach Goslar gebracht. Sie soll mit dafür sorgen, dass die Harzkliniken wieder für positive Schlagzeilen sorgen. So ist beispielsweise auch die Wiedereinführung einer Gesundheitswoche geplant. Die Aus- und Weiterbildung soll ebenfalls einen höheren Stellenwert genießen.
Dr. Rogge weiß, dass er hier in den Harzkliniken bereits eine hervorragende Ausstattung vorfindet, die sich mit allen Kliniken im Asklepiosverbund messen kann und in vielen Bereichen sogar Maßstäbe setzt. Seine Aufgabe ist es jetzt, die hervorragenden technischen Rahmenbedingungen durch bestens motiviertes und professionell eingestelltes Personal zu ergänzen. An dieser Herausforderung wird es sich auch messen lassen.