Goslar verabschiedet sich von Sanierung des Odeon Theaters

Das Odeon Theater wird wohl nicht mehr saniert.

Kosten sind nicht zu stemmen / Es werden bereits Alternativen diskutiert

Im Odeon Theater in Goslar wird sich wohl nie wieder der Vorhang öffnen. Für die Stadt Goslar, so berichtete es die Goslarsche Zeitung am Sonnabend, ist die Sanierung des historischen Theatergebäudes eine Nummer zu groß. Die geschätzten Sanierungskosten von mindestens 10 Millionen Euro kann die Stadt auch beim Erhalt von Fördergeldern, im Raum stehen im Idealfall bis 1,3 Millionen Euro, einfach nicht stemmen.

Die Verwaltung der Welterbestadt wird dies in einer Vorlage für eine Ausschusssitzung am 3. Dezember kommunizieren und damit gleichzeitig empfehlen, von einer Sanierung des Gebäudes abzusehen.
Die Freunde des Odeon Theaters um ihren Vorsitzenden Dennis Semper, die sich für einen Erhalt des historischen Gebäudes einsetzen (der „Beobachter“ berichtete), halten dennoch an ihrem gefassten Plan fest, die Sanierung des Theaters zu realisieren. Laut GZ-Bericht glauben sie nach einem Gespräch mit Oberbürgermeister Dr. Oliver Junk weiterhin an eine Lösung.
Auch der letzte Versuch, die Kosten einer Sanierung auf ein Mindestmaß runterzuschrauben und die einfachste Variante einer Sanierung zu realisieren, die Kosten dafür würden sich auf etwa 7,5 Millionen Euro belaufen, ist für die Stadt Goslar keine Alternative. Die Stadt ist durch den Abschluss des Zukunftsvertrages in finanziellen Dingen stark eingeschränkt, sie unterliegt der strengen Aufsicht des Landes Niedersachsen.
Auch eine Mehrheit des Goslarer Rates soll sich inzwischen von einer Sanierung der historischen Spielstätte verabschiedet haben. In Goslar werden bereits Alternativen diskutiert. Neben dem Vorschlag von Kinobetreiber Wildmann, das Cineplex im Gewerbegebiet Baßgeige um einen Anbau zu erweitern, wo auch Theater gespielt werden kann, schwirrt die Idee durch die Welterbestadt, in der alten Schlosserei am Rammelsberg ein Theater einzurichten.
Last but not least steht auch noch die Idee von Multiunternehmer Hans-Joachim Tessner im Raum, der das Pfalzquartier unterhalb der Kaiserpfalz entwickeln möchte. Seine Pläne sehen unter anderem vor, neben Hotel- und Wohnungsbau auch eine Mehrzweckhalle zu errichten, in der Theateraufführungen stattfinden könnten.