Goslarer Ärzte entdecken seltene Erkrankung

Im Goslarer Krankenhaus wurde der Tourist behandelt.

Japanischer Tourist kam nach Zusammenbruch ins Krankenhaus / Glückliches Ende einer Reise

Das kann man wohl eine unvergessliche Reise nennen: Ein japanischer Tourist kollabierte mit schlimmen Schmerzen in seinem Urlaub in Goslar.

In der Harzklinik diagnostizierte man eine äußerst seltene Erkrankung und konnte dem Mann so das Leben retten. Seine Heimreise tritt er in dieser Woche dann wieder gesund an.
Der 84-Jährige hatte Glück im Unglück, als er vergangene Woche in Goslar zusammenbrach. Denn er wurde in die Harzklinik eingeliefert und dort von Professor Dr. Klaus Orth, dem Chefarzt der Allgemein- und Viszeralchirurgie, behandelt. Als er den Mann, der an schweren Schmerzen und Erbrechen litt, untersuchte und dabei einen Darmverschluss entdeckte, hatte er so eine Ahnung: „Ich musste sofort an das Wilkie-Syndrom denken. So etwas kenne ich aus meiner Zeit in der Pankreas-Chirurgie. Eine genaue Untersuchung hat den Verdacht dann bestätigt.“
Das Wilkie-Syndrom ist eine sehr seltene angeborene Anomalie, bei der die Bauchschlagader den Zwölffingerdarm abquetscht. Weil davon nur extrem wenige Menschen betroffen sind, dauert es bis zur Diagnose meist sehr lange. „Ich kenne Patienten mit dem Wilkie-Syndrom, die eine jahrelange Odyssee hinter sich haben, bevor jemand die richtige Diagnose stellt“, sagt Klaus Orth.
Sein japanischer Patient jedoch kann sich darüber freuen, in der Harzklinik Goslar an einen Arzt mit dem richtigen Riecher gekommen zu sein. Er wurde nach der Diagnose sofort operiert. In dem Eingriff hatte Professor Orth einen Darm-Bypass gelegt. Wenn der Patient in dieser Woche nach Japan zurückkehrt, sind keine weiteren Eingriffe nötig. „Der Mann ist jetzt geheilt“, so Orth. An seine Reise wird er sicherlich noch lange zurückdenken. Sie nahm für ihn ein glückliches Ende.