Goslarer Kaiserring an Isa Genzken verliehen

Isa Genzken präsentiert an ihrem Finger den Kaiserring der Stadt Goslar, den ihr Goslars Oberbürgermeister Dr. Oliver Junk in der Kaiserpflaz überreicht hatte. (Foto: Stadt Goslar)

Ausstellung ist bis zum 28. Januar 2018 im Mönchehaus Museum in Goslar zu sehen

Passt gut – der Ring. Die Berlinerin Isa Genzken hat am Sonnabend den Kaiserring der Stadt Goslar, einen der renommiertesten Preise für zeitgenössische Kunst, von Oberbürgermeister Dr. Oliver Junk entgegengenommen. Genzken ist damit die 42. Preisträgerin. „Das macht sehr glücklich“, sagte die 68-Jährige mit einem Lächeln. Sie gilt als eine der wichtigsten und einflussreichsten deutschen Künstlerinnen der Gegenwart.
„Der Kaiserring ist seit 1975 fester Bestandteil unserer Stadt, macht Identität Goslars aus“, erklärte Dr. Oliver Junk. „Das gilt nicht nur für den Kaiserring, das gilt für Kultur gesamt in der Stadt.“ Die Frage, ob die Stadt zu viel für Kultur leiste – personell wie finanziell – beantwortete er mit einem deutlichen Nein und erntete prompt Zwischenapplaus: „Für Kultur kann eine Stadt niemals genug tun.“ Der Kaiserring zahle ein. „Ich meine das nicht monetär. Kunst und ihre Wirkung sind nicht ökonomisch messbar.“
Den Faden griff die niedersächsische Justizministerin Antje Niewisch-Lennartz in ihrem Grußwort auf. So ein Leuchtturm wie der Kaiserring in einer so alten Stadt sei beinah ungewöhnlich. Aber in Sachen Kultur habe Goslar Erfahrung damit, Metropole zu sein. An Isa Genzken gerichtet sagte die Ministerin: „Mut zum wirklich Außergewöhnlichen macht den Unterschied von sehr guten zu außergewöhnlichen Künstlern.“
„Ungeschönt, punkig, aber nie ohne Humor, ermöglichen ihre Fotografien, Installationen und Skulpturen uns, der Wahrheit ein Stück näher zu kommen“, hatte es in der Jurybegründung geheißen. Laudatorin Susanne Pfeffer, Direktorin des Fridericianum Kassel, fügte in der historischen Kaiserpfalz hinzu, bei Genzken würden Bilder zur Skulptur, Skulptur zum Bild, Film zur Collage und Collage zum Film sowie Architektur zur Skulptur. Als persönliche Freundin schloss sie mit dem Hinweis, ihr Werk sei noch immer unterschätzt, obwohl international anerkannt.
Das Mönchehaus Museum Goslar zeigt bis zum 28. Januar 2018 die mit dem Preis verbundene Ausstellung: aus Pressspan gefertigte Türme in Anlehnung an die Hochhäuser New Yorks, Collagen – Spiegelfolie, bunte Streifen, Fotos und Dollarscheine auf geputzten Stahlplatten – und eine Skulptur, für die Michael Jackson eine große Rolle gespielt hat, heißt es in einer Mitteilung der Stadt Goslar.
Seit 1975 verleihen die Stadt Goslar und der „Verein zur Förderung moderner Kunst Goslar“ jährlich die undotierte Auszeichnung an zeitgenössische bildende Künstler. Preisträger waren unter anderem Christo und Joseph Beuys.