Hoffnung auf guten Winter noch nicht aufgegeben

Ein tief verschneites Winteridyll wie hier bei Braunlage im Oberharz wird es in Zukunft vermutlich seltener zu sehen geben. Das hat natürlich auch Auswirkungen auf den Harz als Wintersportgebiet. (Foto: HTV)

Harzer Hotels in den Adventswochen gut ausgelastet / Schneesicherheit gehört der Vergangenheit an

In Anbetracht der aktuellen Großwetterlage erscheint ein Winter mit viel Schnee und damit einhergehenden Temperaturen jenseits der Null-Grad-Marke mehr als unwahrscheinlich. So zeigte beispielsweise gestern Morgen um 8.30 Uhr das Thermometer in der Kaiserstadt Goslar satte 13 Grad an. Mit Winterwetter hat das nichts zu tun.
Vor allem mit Blick auf den Tourismus im Harz sollte die Wetterlage zu denken geben, denn ohne eine geschlossene Schneedecke wird in Sachen Wintersport nichts gehen. Auch in Braunlage am Wurmberg, wo vor wenigen Jahren erst für viele Millionen Euro das Skigebiet ausgebaut und mit zahlreichen Schneekanonen bestückt wurde, geht in Anbetracht der aktuellen Temperaturen gar nichts. Denn auch die beste Schneekanone kann ohne eine entsprechende Kälte keinen Schnee produzieren.
Beim Harzer Tourismusverband (HTV) sieht man die Situation gegenwärtig noch sehr gelassen. „Von der derzeitigen Großwetterlage ist ja nicht nur der Harz betroffen, sondern auch in den Alpen hat es bisher nicht viel Schnee gegeben. Wir haben die Hoffnung auf einen guten Winter noch nicht aufgegeben“, blickt Carola Schmidt, Geschäftsführerin des HTV, den kommenden Monaten optimistisch entgegen.
Zudem habe es in den vergangenen Jahren im Dezember so gut wie nie Schnee gegeben. Die weiße Pracht ließ sich meist erst ab der zweiten Januarhälfte auf den Hängen und Wegen von Norddeutschlands größtem Mittelgebirge nieder, erläutert Tourismusexpertin Schmidt im Gespräch mit unserer Zeitung.
Die Auslastung der Gastronomie- und Hotelbetriebe sei in den Adventswochen in der Regel auch nicht an einen Wintereinbruch gekoppelt. „Aktuell sorgen die vielen Weihnachtsmärkte für eine ausreichende Anzahl von Touristen“, sagt Schmidt.
Und überhaupt sei der Harz nicht mehr so sehr von einen schneereichen Winter abhängig. „Das touristische Angebot im Harz ist auf die ganze Saison ausgelegt. Mir haben zahlreiche Hoteliers von sehr guten Belegungszahlen im Frühling und Sommer berichtet“, so Carola Schmidt.
Ein schneereicher Winter sei auch vielmehr das „i-Tüpfelchen“ auf einer rundum gelungenen Saison. „Auch im Winter bieten wir den Urlaubern zahlreiche Alternativen, mit diesen werden wir die echten Wintersportler, die nur zum Langlauf- und Abfahrtsski in den Harz kommen, aber sowieso nicht gewinnen“, sagt Carola Schmidt.
Dennoch, in der Vergangenheit war ein schneereicher Winter für die Harzer Gastronomen stets ausschlaggebend für den wirtschaftlichen Erfolg. Zwar sind die Bemühungen des HTV und anderer durchaus hoch anzurechnen, denn sie zeigen tatsächlich Erfolg, doch ob dadurch der Verlust der meist zahlungskräftigen Wintertouristen tatsächlich vollständig kompensiert werden kann, bleibt abzuwarten.
Dr. Friedhart Knolle, Geologe und Naturschützer, zeichnet mit Blick auf schneereiche Winter in Zukunft ein sehr skeptisches Bild. Hauptgrund ist der Klimawandel, der auch im Harz schon deutliche Spuren hinterlässt. So liegt die Durchschnittstemperatur auf Norddeutschlands höchstem Berg, dem Brocken, bereits bei 4 Grad Celsius.

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