In St. Andreasberg wird die Luft dünn

Volles Haus bei der Bürgerversammlung in St. Andreasberg. Die Meinungen bei der Diskussion waren geteilt.

Hitzige Diskussion über die Unterbringung von bis zu 1.500 Flüchtlingen in der ehemaligen Rehberg-Klinik

Spannungsgeladen war die Stimmung am Montagabend im Kurhaus von Sankt Andreasberg. Und hitzig die Diskussion. So voll besetzt hat man den Saal wohl selten erlebt. Etwa 400 bis 500 Bürger und Besucher aus den Nachbarorten kamen zur Bürgerversammlung, die sich mit der Erstaufnahmeeinrichtung in der ehemaligen Rehberg-Klinik beschäftigte.
Gleich zu Beginn entschuldigte sich Ortsbürgermeister Stefan Grote dafür, dass die Bevölkerung nicht umfassend im Vorfeld informiert worden sei. „Wir haben nicht damit gerechnet, dass eine seit acht Jahren leer stehende Klinik überhaupt als Aufnahmestelle in Frage kommt.“ Nach einem ersten Gespräch mit dem Land Niedersachsen am 22. September hörte er erstmal nichts. Vergangene Woche ging dann alles ganz schnell: Der Anruf, dass die Rehberg-Klinik zur Wahl stünde, kam am Montag oder Dienstag, Mittwoch erfolgte ein Ortstermin zur Eignungsprüfung und bis zur Vertragsunterzeichnung am Freitag hieß es, Stillschweigen zu bewahren. „Das Land Niedersachsen muss zehn Prozent aller Neuankömmlinge aufnehmen. Wir stecken mitten in den größten Nöten – der Strom reißt noch lange nicht ab“, verdeutlichte Grote. Es sei also nun nicht mehr die Frage, ob, sondern wie man mit der Situation umgehen könne. „Etwas mehr als 1.000 Migranten sind bisher angekommen, bis zu 1.500 könnten es insgesamt werden“, erklärte Friedhelm Meier, Vertreter des Landes Niedersachsen.
Diese Notunterkunft soll für die Flüchtlinge keine Dauerlösung sein. Frank Kaps, Leiter des Ordnungsamtes der Stadt Braunlage, und Landrat Thomas Brych, der, wie er sagte, an diesem Abend nur als Mittler fungierte, bekundeten ihr Verständnis für die Besorgnis der Bürger und machten gleichzeitig den genauen Ablauf deutlich.
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