Innenstaatssekretär und Landrat machen sich Bild vor Ort: Hochwasserlage weiterhin ernst

Marktplatz in Goslar nach dem Hochwasser. (Foto: Landkreis Goslar)



Niedersachsens Innenstaatssekretär Stephan Manke und Landrat Thomas Brych machen sich seit den Mittagsstunden ein Bild von der Hochwasserlage im Goslarer Kreisgebiet.Das Ausmaß der Schäden ist noch nicht absehbar, Personenschäden sind bisher nicht bekannt.
Aufgrund der überaus starken Regenfälle in den vergangenen 48 Stunden hatte sich Landrat Thomas Brych am heutigen Tag – gegen 12.15 Uhr – dazu entschlossen, den Katastrophenfall auszurufen, um die weiteren erforderlichen Schritte zentral im Katastrophenschutzstab (KatS) zu bündeln.
Landrat Brych: „Die Entscheidung, den Katastrophenfall auszurufen haben wir uns nicht leicht gemacht. Es war jedoch der richtige Schritt, da wir uns so in die Lage versetzen konnten, überregionale Einsatzkräfte anzufordern. Was die Kräfte hier vor Ort in den vergangenen zwei Tagen geleistet haben, verdient allergrößten Respekt.“
Um sich auch persönlich ein Bild von der Lage zu machen, haben sich Landrat Brych und Staatssekretär Manke gemeinsam mit der Feuerwehreinsatzleitung in das Hochwassergebiet begeben.
Dazu Innenstaatssekretär Manke: „Ich habe die reißenden Wassermassen in der Innenstadt von Goslar gesehen und bin mit der Feuerwehr durch den Landkreis gefahren, um mir ein Bild von der Situation zu machen. Die Einsatzkräfte waren gut vorbereitet und sind der besonderen Situation professionell und besonnen begegnet. Für diesen unermüdlichen Einsatz sage ich herzlichen Dank. Das gilt für alle Helfer im ganzen Land, die mit allen Kräften versucht haben, noch größere Schäden zu verhindern.“
In der Kaiserstadt Goslar wurde die Innenstadt ab 9:25 Uhr für den Verkehr gesperrt, einige Anwohner der Knochenhauerstraße mussten ihre Wohnungen verlassen. Sie wurden in das Hotel Kaiserworth gebracht und dort aufgenommen. Auch das Alters- und Pflegeheim Theresienhof musste evakuiert werden: die Einwohner wurden auf andere Einrichtungen verteilt. Beide Gebiete sind unmittelbar von den Überflutungen der Abzucht und der Gose betroffen, welche sich im Verlauf der letzten 48 Stunden in reißende Ströme verwandelt haben.
Die starken Regenfälle haben gegen Mittag aufgehört, doch die Flüsse führen weiterhin große Wassermassen, vor allem aus dem Oberharz strömt nach wie vor Wasser nach. Dennoch kann an einigen Stellen von einer leichten Entspannung der Lage gesprochen werden. So ist beispielsweise die Radau in Bad Harzburg wieder in ihr ursprüngliches Flussbett zurückgekehrt.
Auch in Rhüden, einem weiteren Einsatzschwerpunkten, konnten die Einsatzkräfte inzwischen zahlreiche Schadenslagen abarbeiten. Das Ausmaß der Schäden ist noch nicht absehbar, Personenschäden sind bisher nicht bekannt.