Jetzt kann’s schneien

Beschneiungsanlage am Wurmberg hat Test überstanden / Start in die Saison am ersten Dezemberwochenende

Die größte Beschneiungsanlage Norddeutschlands ist betriebsbereit: Am vergangenen Freitag wurden am höchsten Berg Niedersachsens „die Mäuse rausgeblasen“, wie es im Jargon der Schneier heißt.
Beim Funktionstest der neu installierten Anlage schickten die im Maschinenhaus unterhalb des Wurmberggipfels installierten Pumpen und Kompressoren erstmals Wasser und Druckluft in das unterirdische Leitungssystem entlang der Pisten. Dort standen die insgesamt rund 100 bis zu zehn Meter hohe Schneilanzen bereit, aus deren Düsenköpfen Wasser und Druckluft in die Atmosphäre bliesen. Bei ausreichend Minusgraden gefrieren die winzigen Wassertröpfchen und sinken als Schnee zu Boden.
So kalt war es beim Check der Technik noch nicht, „aber das Sprühbild der Lanzen gab schon einen guten Eindruck davon, wie schnell wir die Pisten einschneien können, wenn die Temperaturen passen“, so Dirk Nüsse, Betriebsleiter der Wurmbergseilbahn. „Trotz des starken Windes sprühten die Lanzen auf die Piste, damit sind wir auch für widrige Wetterbedingungen bestens gewappnet“. Nur vier bis fünf kalte Nächte braucht es, um am Wurmberg 5,4 Kilometer Skipisten sowie die 1,6 Kilometer lange Rodelbahn und die neue Snowtubing-Area mit einer dicken Schneedecke zu belegen. Das Wasser dazu kommt aus dem neu angelegten Bergsee auf dem Wurmberg. „Der See ist so gut wie voll, sobald es kälter als minus zwei Grad wird, legen wir los“, versichert Nüsse.
Unter den beschneiten Pisten sind auch die neue Skipiste Hexenritt, mit bis zu 60% Gefälle die steilste Skiabfahrt der deutschen Mittelgebirge, der leichte bis mittelschwere, rund 1200 Meter lange Sonnenhang und die verbreiterte Panoramaabfahrt vom Wurmberggipfel zur Mittelstation der Seilbahn. Für den reibungslosen Bergtransport zum erweiterten Pistennetz installierte die Wurmbergseilbahn eine leistungsstarke Vierersesselbahn. Auch diese hat ihren Funktionstest absolviert und kann in Betrieb gehen, sobald die Pisten präpariert sind. Dazu steht im kommenden Winter ebenfalls mehr Gerät zur Verfügung, denn die Seilbahngesellschaft schaffte auch eine zusätzliche Pistenraupe an.
Passend zum runderneuerten Skigebiet hat die Wurmbergseilbahn auch einen neuen Internetauftritt lanciert, der unter www.wurmberg-seilbahn.de oder www.ski-wurmberg.de erreichbar ist. Neben einem frischeren Design bietet die neue Seite eine höhere Aktualität durch die Einbindung von Live-Wetterdaten und Webcams. Außerdem informiert sie wesentlich breiter über das Angebot, das Unternehmen, Naturschutz und Ausgleichsmaßnahmen und viel Wissenswertes rund um den Ski- und Seilbahnbetrieb auf Niedersachsens höchstem Berg.
Die offizielle Eröffnung des Skigebietes ist für das erste Dezemberwochenende geplant. Sollten die Bedingungen es erlauben, werden die Lifte bereits vorher in Betrieb genommen. Detaillierte Informationen dazu, welche Lifte und Pisten geöffnet sind, findet man unter www.wurmberg-seilbahn.de

Das Skigebiet im Faktencheck

Das Skigebiet am Wurmberg oberhalb von Braunlage ist das größte alpine Skigebiet im Harz und im gesamten norddeutschen Raum. In den Jahren 2011 bis 2013 flossen mehr als zehn Millionen Euro in die Modernisierung und Erweiterung der Infrastruktur. Überschüsse aus dem Betrieb werden vollständig in die Angebotsverbesserung investiert. Die Wurmbergseilbahn GmbH & Co. KG beschäftigt insgesamt 24 fest angestellte und bis zu zehn saisonale Mitarbeiter. Als wichtigste touristische Attraktion Braunlages sicherte ihr Betrieb bereits vor der Erweiterung des Skigebiets rund 500 rechnerische Vollzeitarbeitsplätze. Mit dem Ausbauvorhaben ist die Schaffung und Sicherung weiterer gut 200 Beschäftigungsverhältnisse im Oberharz verbunden.

Liftanlagen: 1 Sechsergondelbahn in zwei Sektionen (565 bis 962 Meter)
1 Vierersesselbahn von 72 auf 970 Meter
3 Schlepplifte
1 Tubing-/Übungslisft
Pistenkilometer: 13 km Skipisten / 1,6 km Rodelbahn / 200 Meter Tubing/Übung
Längste Abfahrt: 405 Meter Höhendifferenz
Beschneiung: 5,4 km Skipisten / 1,6 km Rodelbahn / 200 Meter Tubinhang
insgesamt 16,3 Hektar Fläche, 100 Schneeerzeuger
Parkplätze: 650 Stellplätze am Hexenritt
400 Stellplätze an der Talstation der Gondelbahn