Justizministerin zeigt Gesicht

Gemeinsam an einem Strang für Zivilcourage ziehen. Teil der Kampagne ist jetzt auch Niedersachsens Justizministerin Antje Niewisch-Lennartz (3. von rechts).

Antje Niewisch-Lennartz wird Teil der Goslarer Zivilcouragekampagne

Die Goslarer Zivilcouragekampagne (GZK) wird seit Dienstag von einem weiteren prominenten Gesicht unterstützt, und zwar in Person von Niedersachsens Justizministerin Antje Niewisch-Lennartz. Die Ministerin bezeichnete sich selbst als „geborene Teilnehmerin“ für die Kampagne, da sie als oberste Juristin des Landes Niedersachsen über den wichtigen Stellenwert von Präventionsarbeit weiß.

Besonders lobte die Ministerin das exzellente Zusammenspiel verschiedener Akteure bei der Umsetzung der Goslarer Kampagne. Ähnliches kennt die Juristin auch aus ihrer Arbeit im Landespräventionsrat, der in ihrem Ministerium angesiedelt ist. Auch dort wirken verschiedene Ressorts zusammen und die Effektivität der Arbeit werde durch ständige Evaluationen überprüft.
„Der beste Opferschutz ist der, wenn überhaupt niemand zum Opfer wird“, erklärte die Ministerin im Vorfeld ihres Fotoshootings mit Kampagnenfotografin Heike Göttert, „und die Goslarer Zivilcouragekampagne mit ihrer starken Bildfixierung ist ein beeindruckendes Beispiel für gelungene Prävention, deren Arbeit sichtbare Früchte trägt.“
Nach Ansicht der Ministerin haben nämlich vor allem „Bilder die Kraft, Nachrichten eindrücklicher zu verbreiten als Worte“. Darin sieht die Ministerin auch den großen Erfolg der GZK begründet.
Braunschweigs Polizeipräsident Michael Pientka bezeichnete die Kampagne in deren Mittelpunkt der polizeiliche Notruf 110 steht als „sympathisch“ und „nachhaltig“. Die Notrufnummer ist laut Aussage Pientkas zentraler Anlaufpunkt, wenn es um Zivilcourage geht, denn im Zweifel sollte immer die 110 gewählt werden – dann kommen die Profis zur Hilfe.
Eine Ansicht die auch GZK-Initiator Günter Koschig nicht müde wird zu betonen: „Die wichtigste Erkenntnis unserer Präventionsarbeit ist es, die Bürger immer wieder für das Wählen des Notrufs zu sensibilisieren“. „Denn obwohl“, so Koschig weiter, „viele Menschen auch Dank unserer Kampagne in Notfällen inzwischen die 110 wählen, ist bei vielen die Hemmschwelle weiterhin sehr groß.“
Aus dieser Erkenntnis heraus lege man bei der Kampagnenarbeit auch einen großen Schwerpunkt auf die Arbeit in Schulen. „Die Schüler sollen dort abgeholt werden, wo sie sind, und zwar in den Schulen“, erläutert Polizeipräsident Pientka. Davon versprechen sich die Akteure den Abbau von Hemmschwellen und eine Stärkung des Bewusstseins für Zivilcourage. Den Kindern soll mit den verschiedenen Angeboten umsichtiges und vorsichtiges Handeln vermittelt werden.
Die niedrig-schwelligen Angebote der GZK setzen sich auch in der Kooperation mit dem Goslarer Cineplex fort, wo jüngst eine große Filmvorführung mit anschließender Diskussion zum Thema Zivilcourage durchgeführt wurde. Das Kino bezeichnet Koschig dafür als geeigneten Ort, da die Bürger dort ihre Freizeit verbringen und die Kontaktaufnahme in diesem entspannten Umfeld leichter falle. Die Polizei soll mit Hilfe der Kampagne als dein Freund und Helfer dargestellt werden, und genau das gelingt Koschig und seinen Mitstreitern auch vortrefflich.
Polizeioberrat Hans-Werner Röhrken in seiner Funktion als stellvertretender Leiter der Polizeiinspektion, erklärte, dass hier in Goslar „ein Netzwerk geschaffen wurde, das wirklich funktioniert.“ Und Ministerin Niewisch-Lennartz stellte noch heraus, dass es sie beeindruckt, wie die verschiedenen Institutionen in Goslar zusammenarbeiten und dabei „ihre persönlichen Ansprüche und Bedenken zurückstellen.“
Dem Fotoshooting mit Niedersachsens Justizministerin wohnte auch die Landtagsabgeordnete der Grünen, Julia Hamburg, bei, die sich von der GZK ebenfalls beeindruckt zeigte.
Für das Portrait mit Kampagnenfotografin posierte die Justizministerin übrigens sehr passend mit einer Miniatur der „Justitia“. Niewisch Lennartz ist übrigens das 79. Einzelportrait der GZK. In der Vergangenheit standen bereits Persönlichkeiten wie Bundespräsident Joachim Gauk, Multi-Unternehmer Hans-Joachim Tessner oder Hollywood-Star Ralf Möller vor der „Photogena-Kamera“.