Kripo erzielt hervorragende Aufklärungsquote

Der Zentrale Kriminaldienst der Polizeiinspektion Goslar hat erneut eine hervorragende Aufklärungsquote aufzuweisen. (Foto: Strache)

Zentraler Kriminaldienst weiterhin mit Spitzenwerten / Hauptgruppe der Täter sind Männer

Bei den Führungskräften der Polizeiinspektion Goslar schaut man in diesen Tagen in äußerst zufriedene Gesichter. Der Grund für die gute Laune hängt vor allem mit der neuesten polizeilichen Kriminalstatistik zusammen, die ges­tern der Öffentlichkeit präsentiert wurde. Demnach kann der Zentrale Kriminaldienst unter der Leitung von Hauptkommissar Peter Klees für das Jahr 2012 eine Aufklärungsquote von 64,2 Prozent ausweisen.
Insgesamt klärten die Beamten der Polizeiinspektion Goslar, sowie der angeschlossenen Polizeikommissariate und -sta­tionen 5786 Straftaten auf. Ein Spitzenwert, der im gesamten Braunschweiger Land seinesgleichen sucht. Im landesweiten Ranging liegt die Goslarer Polizei unter den Top fünf.
Kein Wunder also, dass Inspektionsleiter Thomas Brych voll des Lobes für seine Mitarbeiter war. „Ich bin in Anbetracht unserer Aufklärungsquote rundum zufrieden. Meine Mitarbeiter haben an allen 14 Polizeistandorten im Landkreis Goslar wirklich hervorragende Arbeit geleistet“, so Brych.
Die Anzahl der Straftaten ist im Vergleich zum Vorjahr aber etwas rückläufig. Insgesamt liefen bei der Polizei 9012 Straftaten zur Bearbeitung auf. Das sind 563 Taten weniger als 2011. „Wir müssen aber davon ausgehen, dass diese Statistik, so gut sie auch geführt wurde, das vollständige Kriminalitätsgeschehen im Landkreis nicht abbilden kann. Natürlich gehen wir von einer nicht näher zu bestimmenden Dunkelziffer an Straftaten aus“, dämpfte Brych die Euphorie selber ein wenig.
Dennoch, und da sind sich Brych, Klees und der neue Leiter der ZKD Oliver Grotha einig, „im Landkreis Goslar sind die Bürger sicher“. Diese Aussage soll aber natürlich nicht darüber hinwegtäuschen, dass Menschen die direkt von einer Straftat, einem Raubüberfall oder ähnlichem, betroffen waren, verständlicherweise ein subjektiv anderes Empfinden haben.
Im Bereich der Tötungsdelikte zählte die Kriminalpolizei zehn Fälle, die jedoch alle aufgeklärt werden konnten. Zu den prominentesten Fällen zählt dabei mit Sicherheit der brutale Mord an der Küsterin in Braunlage.
Bei den so genannten Rohheitsdelikten wie Raub oder Körperverletzung konnte bei 1479 Fällen eine Aufklärungsquote von 91,89 Prozent erreicht werden. „Bei den Raubtaten konnten wir rund 70 Prozent der Fälle aufklären und damit unser Ergebnis vom Vorjahr sogar noch steigern“, so Klees.
Bei den Sexualdelikten verzeichnete die Polizei mit 109 angezeigten Taten den niedrigsten Wert seit 2004. 94,5 Prozent dieser Taten konnten aufgeklärt werden, da sich Opfer und Täter in der Regel kennen. Im kollektiven Gedächtnis dürfte in diesem Zusammenhang der schwere sex­uelle Missbrauch durch einen 53-jährigen Schulbusfahrer an einem geistig behinderten 11-jährigen Mädchen haften geblieben sein. Der Täter wurde inzwischen verurteilt.
Ein Blick auf die Tatverdächtigen bei allen geklärten Fällen zeigt, dass Männer die meisten Straftaten begehen. Von 4500 ermittelten Tatverdächtigen waren 3427 männlich. Der Anteil an Straftätern mit Migrationshintergrund beläuft sich dabei auf 11,36 Prozent. Besonders erfreut zeigten sich Brych und seine Kollegen über den Rückgang bei den jugendlichen Straftätern. Hier zeigen offensichtlich die Präventionsmaßnahmen erste Wirkungen. Klees sagt aber auch, dass der demografische Wandel an dieser Entwicklung Anteil haben könnte.
Einen Anstieg haben die Kripo-Beamten vor allem bei Betrugsstraftaten im Internet registriert. 1776 Vermögens- und Fälschungsdelikte wurden gezählt. Hierbei spiele vor allem die Leichtgläubigkeit der User eine Rolle.
„Grundsätzlich“, das betonte Thomas Brych zum Ende nochmal, „sind wir aber immer auf die Mithilfe der Bevölkerung angewiesen. Deshalb sollten alle, die etwas ungewöhnliches bemerken die 110 wählen. Dann können wir im Zweifel auch helfen.“