Künstlerin Elvira Bach stellt in der Stubengalerie aus

Die Künstlerin Elvira Bach zusammen mit Marianne Winter, die eine Einführung in das Werk gab.

Im Jubiläumsjahr werden noch viele weitere namhafte Künstler mit ihren Werken folgen

Brechend voll waren die gemütlichen Räume der Stubengalerie. Antje Stötzel-Tiedt begrüßte viele Gäste zur ersten Ausstellungseröffnung im neuen Jahr. Dazu feiert die Stubengalerie ihr 40-Jähriges. Zwar keine übliche Jubiläumszahl, aber, wie Antje Stötzel-Tiedt meinte, erreichten die meisten Galerien dieses fast biblische Alter nicht. Und das sei ein Grund zum Feiern.
Nun also der Auftakt mit der international bekannten Künstlerin Elvira Bach, die schon öfter, zuletzt 2007, in der Marktkirche ausgestellt hat. Dazu hielt Marianne Winter eine spannende und bewegende Einführung. Sie stellte Elvira Bach der bekannten mexikanischen Malerin Frida Kahlo gegenüber. Während letztere sich viel mit ihren Krankheiten auseinandersetzte und ernst und streng von ihren Bildern schaute, sprühen Elvira Bachs Frauen vor Lebenslust. Sie füllen die ganze Bildfläche aus, liegen oder stehen auf hochhackigen Schuhen. Bach hat ihnen Blumen, Obst, Spargel, aber auch Handtaschen – Lieblinge – mitgegeben. Sie tragen auffälligen Ohrschmuck und strahlen Souveränität und Stolz aus. Unverkennbar sieht der Betrachter in den Gesichtern die Künstlerin wieder. Meist tragen die Frauen enganliegende Kleidung, ohne zuviel preiszugeben. Die hochhackigen Schuhe bilden oft eine Einheit mit dem Körper. Ist es tatsächlich Elvira Bach selber oder projeziert sie Wünsche? Teils, teils. Die Frau erscheint immer als autonomes Wesen voller Neugier und Freiheit. Manche Bilder sind bunt und üppig, manche in ruhigeren Farben gehalten. Da bekommt man den Eindruck von in sich ruhenden Gestalten. Elvira Bach in ihrer ausdrucksstarken Gestalt mit Turban und dunk­len Brillengläsern war ständig von Besuchern umringt, Signierwünsche erfüllend oder einfach nur plaudernd. Die Zigarette war ständiger Begleiter. Sie verewigte sich wie so viele vor ihr auf der rückwärtigen Hauswand der Galerie mit ihrer Unterschrift und zeichnete kleine Schneeflocken dazu. Passend zum Wetter. Elvira Bach ist ausgebildete Glaskünstlerin und erhielt als Einzige von den sogenannten Berliner Wilden ein Ausstellungsengagement auf der Dokumenta 7. Nach dem letzten Jahr mit hochkarätigen Künstlern soll es im Jubiläumsjahr ebenso hochkarätig weitergehen. Unter anderem sollen Imi Knoebel, Ingrid M. Schmeck und Rosa Loy ihre Werke zeigen. Außerdem soll es in jedem Monat eine kleine Geburtstagsüberraschung geben. Arbeiten von jeweils vier Künstlern, die seit Eröffnung 1973 ausgestellt haben, bietet die Galerie dann zum Vorzugspreis an. Die Gäste spürten, wieviel Herzblut Antje Stötzel-Tiedt und ihre Mutter Gudrun Tiedt in diese und vergangene Ausstellungen gelegt hat Wenig bekannt ist, dass die Stubengalerie Mitglied im Bund Deutscher Galerien ist. Dafür muss eine Galerie die Künstler bei deren Weiterentwicklung kontunierlich begleiten und ihnen Präsentationsmöglichkeiten geben. Daher waren manche Künstler schon zwei oder dreimal zu sehen. „Es sollen keine Eintagsfliegen sein“, so Gudrun Tiedt. Die familiäre Atmosphäre in den Räumen des alten Fachwerkhauses tat ein übriges. Der Fernsehsender TV38 brachte einen Bericht über die Ausstellung mit Armin Müller-Stahl, die viele Besucher nach Goslar und in die Galerie lockte. Fast Neuntausend waren es im vergangenen Jahr.