Landkreis arbeitet an neuer Strategie

Wohin steuert der Landkreis Goslar? Im Zuge einer Strategiekonferenz am kommenden Wochenende soll dieser Frage nachgegangen und Koonzepte entwickelt werden, mit dessen Hilfe der Landkreis zukunftsfähig aufgestellt werden kann. Insgesamt werden zu der Strategiekonferenz rund 100 Teilnehmer aus allen gesellschaftlichen Bereichen erwartet.

Strategiekonferenz beschäftigt sich mit drei Leitthemen / Auftaktveranstaltung am Freitagabend

Mit der Frage wie sich der Landkreis Goslar für die Zukunft aufstellen muss, beschäftigen sich am kommenden Wochenende rund 100 Akteure aus allen Bereichen der Gesellschaft bei einer Strategiekonferenz im Besucherbergwerk Rammelsberg.

Grundlage für die Arbeit der Teilnehmer bildet dabei ein modifiziertes Strategieprogramm, das auf jenem Konzept basiert, das noch unter Führung von Landrat Stephan Manke im Jahr 2007 im Rahmen der Zukunftskonferenz „Landkreis Goslar 2030 – Leistungsfähig und lebenswert“ erarbeitet wurde.
Der Landkreis Goslar gilt als Krisenregion, der unter großen wirtschaftlichen Problemen leidet. Eine der Hauptsorgen ist der demografische Wandel, also der Trend einer zunehmend alternden Bevölkerung, der letztlich zu großen Bevölkerungsverlusten führen wird und bereits führt.

Mit der Zukunftskonferenz im Jahr 2007 wurde ein erster Schritt unternommen und „etwas ganz Neues ausprobiert“, wie es in der Dokumentation über die Tagung heißt. „Über die Grenzen von Institutionen und Interessenlagen hinweg wurden sehr gute Ergebnisse erzielt“, formulierte damals der amtierende Landrat Stephan Manke. Die Ergebnisse bezeichneten die Verantwortlichen als „Startkapital“ und die Basis für den weiteren Prozess der Gestaltung des Landkreises nach dem Motto „leistungsfähig und lebenswert“.

In der Zwischenzeit ist das Strategieprogramm der Zukunftskonferenz aber sehr unhandlich und unübersichtlich geworden, was den aktuellen Landrat Thomas Brych im vergangenen Jahr dazu veranlasste einen „klaren Schnitt“ zu machen, wie Landkreissprecher Dirk Lienkamp gegenüber dieser Zeitung erklärte.
Im Klartext bedeutet dies, dass das bisherige Strategieprogramm einer intensiven Überarbeitung unterzogen wurde und die Umsetzung konkreter Maßnahmen zugunsten einer neuen planerischen und strategischen Ausrichtung zurückgestellt wurden. Im Kern werden sich die Teilnehmer mit drei Leitthemen auseinandersetzen.

Der Landkreis wird betrachtet als „innovativer Wirtschaftsraum“, der innerhalb und außerhalb der Region als Industrieregion mit einem innovativem Image wahrgenommen wird, als „attraktiver Wohn-, Arbeits- und Lebensraum“, der sich den aus dem demografischen Wandel resultierenden Veränderungen durch die Anpassung der Siedlungsentwicklung und der Infrastruktur dieser stellt, sowie als „verbindende und aktive Bürgerkommune“ indem der Landkreis das Verantwortungsbewusstsein, das bürgerschaftliche Engagement und die nachhaltige Integration stärkt.

Allen drei Leitthemen wurden strategische Schwerpunkte zugeordnet, die im Zuge der Konferenz diskutiert und in eine abgestimmte Form gebracht werden soll. So wird es beispielsweise beim Leitthema „Verbindende und aktive Bürgerkommune“ um „die Verbesserung der Integration individuell beeinträchtigter Kinder und junger Menschen sowie deren Zugang zu Bildung, Teilhabe und Beschäftigung“ gehen. Und beim Punkt „Innovativer Wirtschaftsraum“ werden sich die Teilnehmer unter anderem damit beschäftigen, wie sich der Landkreis dafür einsetzen kann, „dass die Industrie ihre Standorte im Einklang mit Natur und Umwelt (weiter-)entwickeln kann.
Das Programm wird schließlich anhand der Ergebnisse der Konferenz aktualisiert und anschließend dem Kreistag zur Beschlussfassung vorgelegt.

Den Auftakt der Strategiekonferenz bildet am Freitagabend ein ungezwungenes „Get-Together“ mit Impulsvorträgen, das den Teilnehmern die Gelegenheit bieten soll sich auf die intensive Arbeitsphase am nächsten Tag einzustimmen. Als Referenten am Freitagabend werden Rifat Fersahoglu-Weber (AWO-Bezirksvorstand Braunschweig), Dirk Junicke (Junicke & Co., Grundbesitz-Lösungen), Prof. Dr. Andreas Rausch (TU Clausthal) und Dr. Andreas Sieverdingbeck (Recylex GmbH) erwartet.