Langer Winter beschert hohe Besucherzahlen

Auf den Loipen und den alpinen Skipisten (hier am Sonnenberg) herrschte in den vergangenen Wochen stets reges Treiben. Der HTV, die Liftbetreiber sowie die Gastronomen ziehen ein sehr positives Fazit. (Foto: HTV)

HTV, Gastronomen und Liftbetreiber sind zufrieden mit der Wintersaison 2012/2013

Der Winter in diesem Jahr kam spät, hielt sich dafür aber umso länger. Hat sich bei den meisten inzwischen eine gewisse Abneigung gegen die weiße Pracht eingestellt, so sind die Verantwortlichen beim Harzer Tourismusverband und die Liftbetreiber dankbar für den stetigen Schneefall, und Temperaturen, die in den zurückliegenden Wochen nur selten über die Null-Grad-Marke kletterten.
Dirk Nüsse von der Wurmbergseilbahn Braunlage zeigt sich rückblickend sehr zufrieden mit der Wintersaison 2012/2103. „Im Januar und Anfang Februar haben wir noch gebangt, ob wir in diesem Winter überhaupt über einen längeren Zeitraum die Liftanlagen betreiben können. Mitte Februar wurden wir dann aber erlöst. Seitdem standen unsere Anlagen keinen Tag lang mehr still“, so Dirk Nüsse gegenüber dem „Beobachter“.
Erfreulich sei vor allem auch die Entwicklung der Besucherzahlen. Laut Nüsse waren die Pis­ten rund um den Wurmberg nicht nur an den Wochenenden stark frequentiert, sondern auch unter der Woche. „Die Ausbaupläne am Wurmberg und die bereits umgesetzte Verbreiterung der Pisten haben einen positiven Effekt auf den Besucheransturm gehabt. Im Vergleich zum Vorjahr waren deutlich mehr Skifahrer unterwegs“, bilanziert Nüsse.
Bis Sonntag soll der Skibetrieb am Wurmberg noch aufrecht erhalten werden. Nüsse ist guter Dinge, dass dies trotz vorhergesagten Regens und Werten um die zehn Grad funktionieren wird. „Auf den präparierten Pisten verfügen wir noch über Schneehöhen zwischen 15 und 40 Zentimetern. Aufgrund der starken Verdichtung des Schnees werden wir noch bis Sonntag die Lifte betreiben können.“
Eine positive Bilanz zieht auch der Harzer Tourismusverband. HTV-Sprecherin Eva Christin-Ronkainen hat von den Gastronomen und Gästen bisher nur gutes über den Verlauf der Saison gehört. „Die ersten beiden Wochenenden im Dezember liefen ja schon sehr gut. Über Weihnachten, Silvester und Januar hatten wir dann aber eine Durststrecke, die glücklicherweise mit dem langanhaltenden Wintereinbruch ab Februar beendet wurde.“
Genaue Zahlen liegen dem HTV indes noch nicht vor. „In zwei Monaten werden wir Gewissheit haben. Dann legt das Landesamt für Statistik die Übernachtungszahlen für die vergangenen Monate vor“, sagt Ronkainen.
Auch die Verantwortlichen vom Nationalpark Harz blicken mit einem Lächeln auf die vergangenen acht Wochen zurück. In einer Pressemitteilung weist Dr. Friedhart Knolle, zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit beim Nationalpark, daraufhin, dass die Loipen nun nicht mehr gespurt werden. „Die ersten Loipen wurden bereits am 7. Dezember gespurt. Über Weihnachten und im Januar mussten die Spurgeräte jedoch in der Garage stehen. Ab Anfang Februar konnten wird den Touristen dann jedoch ohne Unterbrechung ein hervorragend präpariertes Loipennetz im Nationalpark anbieten“, so Dr. Knolle.
Ein durchwachsenes Fazit in Sachen Wintersport zieht das Seesener Stadtmarketing. Mit der Reaktivierung der Bromberg-Loipe rund um den Sternplatz wollte das Team um Thorsten Scheerer dem Wintersport in Seesen neues Leben einhauchen. „Das ist auch trotz erheblicher Startschwierigkeiten gelungen“, sagt Mandy Graul zuständig für die Tourismusprojekte des Stadtmarketings. Dennoch ist sie mit dem Verlauf der Saison nicht zu Hundertprozent zufrieden. Das hänge vor allem mit dem finanziellen Aufwand zusammen. „Da die Loipe aufgrund mehrfacher Zerstörungen häufiger gespurt werden musste, als wir kalkuliert hatten, sind uns die Kosten ein wenig davon gelaufen“, so Graul. Zwar reißt das Loipenprojekt jetzt kein riesiges Loch in die Kasse, die Finanzierung für die kommende Saison ist aber fraglich. „Wir haben weit über 3000 Euro allein für das Spuren der Loipe ausgegeben. Sollte der nächste Winter bereits im November starten müssen wir neu rechnen, wie wir das Projekt finanzieren“, erklärt Graul. Eingestellt werden soll die Loipe aber nicht. Dafür war die Resonanz der meisten Besucher einfach zu positiv.