Mehr als 250 Besucher bei Trauerfeier für getötete Mädchen in Astfeld

Rund 250 Menschen haben am Mittwoch in Astfeld bei Goslar an einer Trauerfeier für die getäteten Mädchen Laura und Amelie teilgenommen. In ihrer Predigt sprach Pfarrerin Kathrin Reich von Trauer, Hilflosigkeit und Wut, die die Menschen erfasst habe. „Als Gemeinde stehen wir dennoch in diesen schwierigen Zeiten zusammen“, sagte Reich zu Beginn der halbstündigen Feier. Die Leichen der fünf Jahre alten Laura und der vier Monate alten Amelie waren am Dienstag von ihrem Gro§vater gefunden worden.
Die Pfarrerin hatte während ihrer Predigt wie viele Besuche der Andacht mit den Tränen zu kämpfen. „Eine grausame Realität hat uns mitten ins Herz getroffen, doch wenn wir jetzt schweigen, wäre das
der vollkommene Sieg des Grauens“, sagte Reich. Viele Besucher entzündeten nach dem Gottesdienst eine Kerze zum Zeichen ihrer Anteilnahme. Am Eingang der Kirche lag zusätzlich ein Kondolenzbuch aus, das der Familie der Mädchen nach Angaben der Pfarrerin als Zeichen der Hoffnung überreicht werden soll.
Die Mädchen wurden nach Polizeiangaben offenbar mit einem Küchenmesser erstochen. Im Anschluss wurde die Mutter der Mädchen unter dringendem Tatverdacht festgenommen. Sie ist laut Polizeiangaben
zurzeit noch nicht vernehmungsfŠhig. Lauras Zwillingsschwester Louisa entging den Angaben zufolge „nur um Haaresbreite“ dem gleichen Schicksal wie ihre Schwestern. Sie erlitt nur oberflächliche, ambulant versorgte Schnittverletzungen. Inzwischen befinde sie sich in der Obhut der Großeltern und werde zusätzlich psychologisch betreut, hieß es.