Mit dem Smartphone durch den Westharz

Ein sogenannter QR-Code kann mit Smartphones eingescannt werden. Hier als Beispiel der QR-Code des Regionalmanagements Westharz.

Regionalmanagement informiert über neue Möglichkeiten im Tourismus

Die Kultur- und Landschaftsschätze des Westharzes unabhängig von festen Führungs- und Öffnungszeiten erleben? Das eigene Smartphone soll dies zukünftig möglich machen. Immer öfter werden Rad- und Wanderwege sowie Sehenswürdigkeiten oder touristische Einrichtungen durch technische Applikationen ausgeschildert und beworben. Der Westharz zeigt sich dieser Entwicklung gegenüber aufgeschlossen und möchte diese touristische Innovation vorantreiben.
Um die unterschiedlichen Möglichkeiten zu beleuchten und den Rahmen für den Westharz abzustecken, organisierte das Regionalmanagement am 31. Oktober eine Informationsveranstaltung im Weltkulturerbe Rammelsberg. An der Veranstaltung nahmen unter anderem Vertreter der Stiftung Weltkulturerbe Harz, des Oberharzer Bergwerksmuseums, des Harzer Tourismusverbandes, des Harzklubs sowie der Wirtschaftsförderung des Landkreises Goslar teil. Von Experten wurden die verschiedenen technischen Herangehensweisen vorgestellt. Prof. Dr. Thomas Urban von der FH Schmalkalden beschrieb anschaulich unterschiedliche Kampagnen, die auf den Einsatz von QR-Codes setzen. Ein QR-Codes ist ein quadratisches Symbol, welches mit der Kamera eines Smartphones abfotografiert und mit der entsprechenden App entschlüsselt werden kann. Die zugehörigen Informationen werden innerhalb kürzester Zeit auf dem Display dargestellt. Neben Erläuterungen zu Sehenswürdigkeiten, gastronomischen Einrichtungen, dem Nahverkehr oder zu Öffnungszeiten, kann der Gast auch zur aktiven Teilnahme an Rätseln oder Wettbewerben animiert werden. „Diese Aktionen machen das Produkt besonders für die jüngeren Gäste attraktiv“, versichert Prof. Dr. Urban. Neben der textlichen Informationsübermittlung, ist auch der Einsatz von Audioleitsystemen reizvoll. Neben den QR-Codes besteht auch die Möglichkeit, den Gast eine Nummer wählen zu lassen, unter der er direkt die gesprochenen Informationen erhält. Der Vorteil: Dies ist mit jedem Handy möglich. Besonders reizvoll ist die Informationsvermittlung in Form eines Rollenspiels. „Der Gast möchte unterhalten werden. Emotionalisierung ist wichtiger als die eigentliche Information“, betont Sebastian von Sauter, Geschäftsführer der itour city guide GmbH aus Weimar, in seinem Vortrag.
Doch auch wenn durch den Einsatz von Smartphones vieles ermöglicht wird, sollte nicht das Wesentliche aus den Augen verloren werden. „Das Produkt muss die reale Landschaft oder Sehenswürdigkeit bleiben, das Handy ist nur das Medium zur Vermittlung“, betont Gerhard Lenz, Geschäftsführer der Stiftung Weltkulturerbe. Als erstes Thema ist die Harzer Wasserwirtschaft als Weltkulturerbe im Gespräch, die entlang des Harzer Hexenstiegs durch die neuen Möglichkeiten erlebbar gemacht werden könnte. Bevor es jedoch an die technische Umsetzung gehen kann, sind die Inhalte zu erarbeiten und für das neue Medium aufzubereiten. Geschäftsführer Gerhard Lenz bietet die inhaltliche Unterstützung der Stiftung an und regt an, die Planung Hand in Hand mit der Neukonzeption des Welterbes durchzuführen. Die Teilnehmer waren sich einig: „Durch neue Formen der Besucherlenkung und Informationsbereitstellung kann die Attraktivität des Harzes als Tourismusregion enorm erhöht werden.“ Im Rahmen eines kleinen Projektteams soll nun die Entwicklung vorangetrieben werden.