Motorradkontrolle: Blitzanlagen lösen 274-mal aus

Am Sonntag wurde bei sommerlichem Wetter eine weitere Motorradgroßkontrolle im Bereich des Landkreises Goslar von Polizei und Landkreis mit Unterstützung des TÜV-Nord durchgeführt. Weil es an dem Wochenende davor und innerhalb der folgenden Wochentage auf den Landkreisstraßen neun Verkehrsunfälle mit Motorradbeteiligung gegeben hatte, bei denen eine Person getötet, fünf schwer- und drei leicht verletzt worden waren, bestand neben den hinlänglich bekannten Gründen dringender Handlungsbedarf. Unterstützt wurden die in dem Motorrad-
kontrollbereich tätigen Harzer Schutzmänner von der technischen Motorradüberwachungsgruppe der Polizeiinspektion Hildesheim und von Kollegen der Autobahnpolizei Braunschweig.

Ab 8 Uhr wurden an verschiedenen Streckenabschnitten zunächst Geschwindigkeitskontrollen durchgeführt. Betreut wurde zunächst die B 4 zwischen Hohegeiß und Braunlage, wo sich allein am vergangenen Wochenende drei Motorradunfälle ereignet hatten. Weiterhin waren Geschwindigkeitsmessgeräte an der Haupteinflugstrecke B 242 in den Bereichen Frankenscharrnhütte vor Clausthal-Zellerfeld und am Entensumpf aufgestellt. Bei beiden Stellen hatten sich innerhalb der letzten Jahre Motorradunfälle mit tödlichem Ausgang ereignet. Zum Mittag hin erfolgten technische Kontrollen auf der Bundesstraße 241 zwischen Goslar und Clausthal-Zellerfeld und eine weitere Kontrolle auf der Bundesstraße 498 im Bereich Dammhaus. Abschließend erfolgte eine kombinierte Geschwindigkeits- und technische Kontrolle auf der Bundesstraße 4 in Höhe Königskrug. Während des Kontrollzeitraumes mussten 274 Geschwindigkeitsverstöße festgestellt werden. 40 Prozent der Geschwindigkeitsüberschreitungen wurden durch Motorradfahrer begangen. Gemessen am sehr geringen Motorradverkehr am vergangenen Sonntag ist diese Anzahl sehr hoch. Insgesamt waren zwölf Fahrzeugführer so schnell, dass ein Fahrverbot von mindestens einem Monat auf sie zukommen wird. Diese höchsten Überschreitungen lagen im Bereich von erlaubten 60 km/h bei 130 km/h und bei erlaubten 70 km/h bei gemessenen 162 km/h. In beiden Fällen handelte es sich um Motorradfahrer, auf die nun ein Bußgeld von mehr als 600 Euro und ein drei Monate andauerndes Fahrverbot zukommen wird. Des Weiteren wurden noch 28 bauartliche Veränderungen und zwei sons­tige technische Mängel an Motorrädern festgestellt. Von den 15 festgestellten Verstößen an Abgasanlagen waren vier so gravierend und wiesen erheblich höhere Lärmemmissionen auf, dass die Teile sichergestellt wurden. In den vorgenannten Fällen wurde den betroffenen Motorradfahrern die Weiterfahrt untersagt. Drei Motorradfahrer waren mit ihren Maschinen unterwegs, obwohl das Profil der Bereifung unter dem erlaubten Wert von 1,6 Millimeter lag.