„Musik ist etwas Besonderes”

Diese 14 Teilnehmerinnen wurden vom Regionalwettbewerb zum Landeswettbewerb weitergeleitet. (Foto: bo)

„Jugend musiziert”: 14 Teilnehmerinnen aus dem Kreis Goslar stellten sich der Landesjury in Hannover

Auf den Regionalwettbewerb „Jugend musiziert“ folgte der Landeswettbewerb des bedeutensten Förderprojekt für musikalischen Nachwuchs in Deutschland. Insgesamt 14 Teilnehmerinnen aus dem Regionalwettbewerb in Goslar stellten sich im März gemeinsam mit den Besten aus Niedersachsen der Jury in Hannover.

Die Kreismusikschulleitung hat zu einem runden Tisch eingeladen, um die persönliche Bilanz der jungen Musikerinnen einzufangen.
„Das hat sich auf jeden Fall gelohnt“, so das einhellige Durcheinander gleich auf die erste Frage. Und wieso? Monatelanges Proben, Feilen bis in jedes Detail, viele Zusatzproben, besonders für die Ensemblewertung. „Klar, manche machen nur Schule, und wir rackern uns hier total ab“, sagt Constanze Zell. Den Aufwand können Freunde oder Außenstehende meist nur verstehen, wenn sie selbst für irgendetwas leidenschaftlich brennen. „Musik ist etwas Besonderes in meinem Leben. Da gebe ich immer mein Bestes“, bringt Alexandra Hegemann (Klavier) es auf den Punkt. Dabei kommt es offensichtlich nicht unbedingt auf einen ersten Preis an. „Es ist schon wirklich toll, weitergeleitet zu sein, und wenn man dann noch erfolgreich einen Platz belegt, ist man einfach stolz“, so Maria Leicht (Geige).
Insgesamt gab es für die weitergeleiteten Teilnehmer aus dem Regionalausschuss Goslar in unterschiedlichen Altersgruppen drei zweite Preise und fünf dritte Preise in den Kategorien Streicher-Ensembles, Holzbläser-Ensembles und Klavier Solo. Auf die Frage, was denn eigentlich leichter sei, mit einem Soloprogramm anzutreten oder als Ensemble, erklärt Lenja Hasse (Flöte), dass man sich im Ensemble auf alle Fälle sicherer fühlen würde. „Aber nicht unbedingt entspannter“, wie Marie-Luise Hartmann (Blockflöte) ergänzt, weil man schließlich die Leistung der anderen Mitspieler nicht durch seine Fehler beeinträchtigen wolle.
Die Konkurrenz auf Landesebene ist vieler größer als auf Regionalebene. Die jungen Instrumentalistinnen sind daher zu recht stolz auf ihre Leistung. „Es ist ziemlich beeindruckend, auf all die selbstbewussten Leute aus den großen Städten und auf eine hochkarätige Jury zu treffen. Das ist wie auf der „Slackline“, meinen Adina Berger (Blockflöte) und Nicole Barnert (Klavier), „Man muss beim Landeswettbewerb auf jeden Schritt achten, sonst ist es vorbei.“
Ob Bungee Jumping oder Achterbahn, jedenfalls ist bei allen so viel Adrenalin im Spiel, wie bei einem sportlichen Wettkampf. Schließlich sei die tägliche Probezeit über viele Monate wie ein Marathon, wo man dann auch das Ziel erreichen will, erklärt Theresa Zell (Geige). Und Gesa Hölzer (Blockflöte) gibt zu, dass es gut ist, wenn der Stress dann auch vorbei ist. Diejenigen, die zum erstmal auf Landesebene dabei waren, wie Valentina Petter (Flöte) und Leonie Jörns (Geige), waren sehr beeindruckt von der Atmosphäre in der Musikhochschule .
Zwischen „aufregend“ bis „einschüchternd“, schwanken die Kommentare der Mädchen. Alte Hasen profitieren da von ihrem mentalen Vorsprung durch viele Auftritte. „Sicherheit und Selbstwertgefühl wachsen dabei auf jeden Fall“, bestätigt Lena Feix (Geige). Doch auch Nervenstarke kommen ganz schön ins Schwitzen, wenn beim Wertungsspiel plötzlich die Notenpulte wegrutschen, wie Anastasie Leicht (Bratsche) zu berichten weiß.
Für viele der jungen Musikerinnen ist Ehrgeiz eine wichtige Komponente, aber es sei wichtig, immer die Waage zu halten zwischen Freude und Ehrgeiz in der Musik, und eigentlich auch im Leben, sagt Emily Harmening.