Neues Stellwerk für 100 Millionen Euro

Bahnchef Dr. Rüdiger Grube war mit fünf Investitionsgeschenken zum 39. Goslarschen Pancket angereist. Der Bahnhof Oker wird barrierefrei ausgebaut. (Foto: Stadt Goslar)

Bahnchef Grube kündigt Investionen an / Ab Frühjahr 2017 wird die Bahn für Goslar werben

Fünf vorweihnachtliche Geschenke hatte Bahnchef Dr. Rüdiger Grube für den Standort Goslar im Gepäck, darunter eine millionenschwere Investition ins Stellwerk.

In der historischen Kaiserpfalz sprach er im Rahmen des 39. Goslarer Pancket über die Pläne.
Das historische Bahnhofsgebäude braucht eine Runderneuerung, das hatte der Gastgeber, Goslars Oberbürger- meister Dr. Oliver Junk, zuvor in seiner Begrüßungsrede angemahnt. 2018 stehe die Teil- sanierung des Goslarer Bahnhofs an, erklärte daraufhin der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bahn AG. Der Bahnhof Oker werde barrierefrei, zählte Grube weiter auf. Außerdem wolle das Unternehmen 100 Millionen Euro in ein neues Stellwerk investieren und die Stützmauer, die an den Gleisen liegt, sanieren. Den Wunsch des Oberbürgermeisters, Goslar zu einem ICE-Halt zu machen, könne er zwar nicht erfüllen. Dafür mache die Bahn kostenlos Werbung für die Stadt: Im Frühjahr soll ein ICE in Goslar getauft werden. Patin ist Anke Gabriel, die Ehefrau von Vizekanzler und Bundeswirt- schaftsminister Sigmar Gabriel (SPD). Vor dem Hauptgang hielt Professor Dr. Thomas Hanschke, Präsident der Technischen Universität, eine launige Bratenrede und verteilte nicht ganz ernst gemeinte Seitenhiebe. So fragte er, warum ausgerechnet Goslar einen Bahnhof habe und der Oberharz nicht. „Verlegen Sie die Universität einfach nach Goslar“, konterte Oberbürger-meister Junk.
Seit 1967 lädt die Stadt Goslar an eine mittelalterliche Tradition anknüpfend rund 200 Gäste aus Politik, Wirtschaft, Kultur und Medien zum Festmahl im mittelalterlichen Stil ein. Das Pancket gebe ihnen die Gelegenheit, so über Geschäfte zu reden, wie es im Mittelalter der Rat mit Kaufleuten von nah und fern bei einem Glas Wein oder Bier getan habe, sagte Junk. Unter den Gästen waren auch diesmal verschiedenste Branchen vertreten: Vertreter von Anwaltskanzleien, Hotels, Handwerksbetrieben, Banken, produzierendem Gewerbe pflegten Kontakte und knüpften neue. Auch Niedersachsens Finanzminister Peter-Jürgen Schneider, Goslars Ehrenbürger Hans-Joachim Tessner und Delegationen aus Goslars Partnerstädten waren in die Aula gekommen.
Junk bedankte sich bei seinen Gästen. „Die Wirtschaft ist der Lebensnerv einer Stadt“, sagte der Oberbürgermeister. Für die Unternehmen gewinne auf der anderen Seite die städtische Infrastruktur im Wettbewerb um Arbeitskräfte immer mehr an Bedeutung. Um dem demografischen Wandel zu begegnen, werde weiter an diesen Rahmenbedingungen gearbeitet – „damit die Menschen gern in Goslar leben und unsere Firmen auch in Zukunft qualifizierte Mitarbeiter gewinnen können“