Oderteich: Sanierung verzögert sich

Der fast leere Stauraum des Oderteiches im November 2015. Die Sanierungsarbeiten verzögern sich und werden nach Auskunft der Harzwasserwerke erst im Frühjahr fortgesetzt werden können.

Arbeiten an der historischen Talsperre können erst im Frühjahr fortgesetzt werden

Die historische Oberharzer Talsperre bleibt weiterhin außer Betrieb. Dies teilen die zuständigen Harzwasserwerke in einer aktuellen Pressemitteilung mit. Wie Unternehmenssprecher Henry Bodnar schreibt, konnte bislang weder eine Untersuchung des Schadens, noch eine Reparatur durchgeführt werden.

Eine Fortsetzung der Untersuchungen ist erst für das Frühjahr 2016 geplant.
Die Harzwasserwerke (der „Beobachter“ berichtete) haben den Oderteich in der ersten Novemberhälfte fast komplett entleert, nachdem eine Umläufigkeit im Bereich des so genannten Striegels (Grundablass) festgestellt wurde. Zum Ausbau der Striegel einschließlich Gestänge wurde das Dach des Striegelhauses abgenommen; Leitplanken der B 242 wurden demontiert und eine halbseitige Straßensperrung eingerichtet.
Aufgrund der geringen Dimensionierung der Striegelanlage gelang es nicht, den Teich vollständig zu entleeren. Dennoch konnten beide Striegel vollständig ausgebaut werden. Mitte November kam es nach Niederschlag zu erhöhten Zuflüssen. Die Striegelanlage des Oderteichs ist aber nur sehr begrenzt in der Lage, erhöhte Zuflüsse abzuführen. Daraufhin stieg der Oderteich trotz ausgebauter Striegelzapfen um bis zu zwölf Meter an. Zwischenzeitlich hat sich der Oderteich jedoch wieder geleert.
Die Harzwasserwerke sehen momentan keine Chance, die Untersuchungs- und Sanierungsarbeiten an der Striegelanlage in diesem Winter fortzusetzen. Sinnvoll wird eine Fortsetzung erst wieder ab Mai sein. Die Striegel bleiben nun ausgebaut und geben immer die größtmögliche Wassermenge ab.
Der Teich wird nun je nach Zuflusssituation anstauen und wahrscheinlich auch mehrmals in den kommenden Monaten entleert. Soweit möglich, wird das Wasser aus dem Teich weiterhin über den Rehberger Graben den St. Andreasberger Kraftwerken zugeführt.
Anfang Dezember wurde durch Taucher das Gitter am Einlauf zur Striegelanlage wieder freigelegt. Das Dach des Striegelhauses wurde im Interesse einer ausreichenden Winterfestigkeit aufgesetzt. Die Leitplanken entlang der B 242 werden wieder geschlossen, so dass der Verkehr in den nächsten Monaten wieder frei rollen kann. Alle Pumpen und Leitungen zur Wasserhaltung sind abgebaut worden und werden auch erst im Frühjahr wieder eingesetzt. Die Harzwasserwerke bedauern die Verzögerungen, betonen in diesem Zusammenhang aber, dass dieses historische Bauwerk, das Bestandteil des Unesco-Weltkulturerbes ist, nur umfassend untersucht und saniert werden kann, wenn es zuverlässig leer gehalten wird.