Oderteich: Schäden am Holzgerenne

Der fast leere Stauraum des Oderteiches im November 2015. Damals wurde begonnen, die Striegelanlage zu untersuchen. (Foto: bo)

Historische Oberhazer Talsperre weiter außer Betreib/ Sanierung ab Mai

Die Harzwasserwerke sind bei der Suche nach dem Fehler im Grundablass-System des Oderteiches einen großen Schritt weitergekommen.

Durch die geringen Zuflüsse in den letzten Wochen ist der Teich wieder leer. Mitte März gelang es erstmals, beide Grundablassgerenne mittels Fernsehkamera zu inspizieren, teilt Unternehmenssprecher Henry Bodnar jetzt mit. Dabei wurden erhebliche Schäden und Fehlstellen am Holzgerenne festgestellt. Zudem wurden aber auch Hohlräume im Dichtungskörper entdeckt.
Beide Striegelgerenne wurden im Jahr 1714 eingebaut. Damit sie nicht faulen können, werden sie stets unter Wasser gehalten, was am Oderteich auch während seiner Betriebszeit gewährleistet werden konnte. Dennoch ist zu erkennen, dass beide Gerenne, nach über 300-jähriger Betriebszeit, Schäden aufweisen. Vor allem an den Gerennestößen sind größere Fehlstellen zu sehen mehr noch. Hinter den Fehlstellen sind auch Hohlräume in der Dammschüttung erkennbar. Über diese Hohlräume gelangt Wasser aus dem Striegelschacht unter Umgehung des Verschlussorgans, dem „Striegel“, in die Holzgerenne, heißt es seitens der Harzwasserwerke.
Nachdem die Ursache gefunden wurde, wird jetzt ein Reparaturkonzept erarbeitet. Das wird laut Henry Bodnar in den kommenden Wochen geschehen. Da es sich beim Oderteich um eine historische Talsperre handelt und er Teil des Unesco-Weltkulturerbes ist, müssen die Sanierungsarbeiten mit den Denkmalschutzbehörden und der Talsperrenaufsicht abgestimmt werden. Die Harzwasserwerke gehen derzeit davon aus, dass mit den Arbeiten im Mai begonnen werden kann. Somit bleibt der Oderteich weiter außer Betrieb. Das Unternehmen rechnet zudem damit, dass der Oderteich im Sommer wieder eingestaut werden kann.
In den letzten Monaten hatten die Harzwasserwerke einiges unternommen, um das Problem zu finden. In der ersten Novemberhälfte wurde der Oderteich fast komplett entleert, nachdem eine Umläufigkeit im Bereich des sogenannten Striegels (Grundablass) festgestellt wurde. Zum Ausbau der Striegel einschließlich Gestänge wurde das Dach des Striegelhauses abgenommen; Leitplanken der B 242 wurden demontiert und eine halbseitige Straßensperrung wurden damals eingerichtet.