Okerfelsen von Fichten befreit

Harzer Flusstal für Naturschutz und Tourismus aufgewertet

Das romantische Okertal im Harz mit seinen charakteristischen Felsen wird von Fichten befreit. Das Niedersächsische Forstamt Clausthal entfernt im Auftrag der unteren Naturschutzbehörde rund 1000 Nadelbäume an den Adlerklippen und an der Marienwand. Ziel ist es, die Felslandschaft für Besucher erlebbar zu machen und typische Pflanzen und Tiere vor der dichten Beschattung und Verdrängung durch Fichtenbäume zu schützen. Die Arbeiten werden voraussichtlich mindesten fünf Wochen dauern, teilten die Niedersächsischen Landesforsten als Grundeigentümer mit.
In dem engen Bachtal und sehr steilen Gelände setzen Forstleute Spezialgeräte zum Baumtransport ein. Ein Seilkran zieht die gefällten Fichten Hangaufwärts. Am Drahtseil schweben die Baumstämme über die markanten Felsen und werden auf dem Kahbergweg gelagert. Die Seiltechnik überspannt die Bundesstraße 498, auf der eine Signalanlage bei Bedarf den Verkehr regelt. Der Wanderweg bleibt für den Zeitraum gesperrt.
Die Baumfällarbeiten der Landesforsten sind eine Ersatzmaßnahme für den Bau von Sendemasten im Landkreis, die durch die untere Naturschutzbehörde festgesetzt wurde. Die Eingriffe in die Landschaft würden durch die Aufwertung im Okertal ausgeglichen, begründet der Landkreis Goslar das Naturschutzprojekt. „Insgesamt 1,6 Hektar groß ist die Waldfläche, auf der jetzt Felsen freigestellt und Laubbäume gefördert werden“, teilt Michael Lücke mit, „weiterhin pflanzen wir Laubbäume wie Buche, Bergahorn oder Bergulme, die aber die Felsen später noch landschaftlich sichtbar lassen.“ Der Förster für Waldökologie und Naturschutz leitete bereits mehrere ähnliche Arbeiten im Okertal. Zahlreiche Felsen wurden so in den vergangenen Jahren freigestellt. Damit werden wichtige Lebensräume für Pflanzen und Tiere aufgewertet und auch das Landschaftsbild wird für die Waldbesucher ansprechender und attraktiver gestaltet.