Polizei sensibilisiert Kradfahrer für Gefahren

Um schweren Motorradunfällen vorzubeugen, führen die Polizeibeamten im gesamten Harz regelmäßig groß angelegte Kontrollen durch. Am Sonntag postierten sich die Polizisten auf der B4 zwischen Bad Harzburg und Torfhaus. Die meisten Temposünder waren aber nicht mit dem Krad, sondern mit Auto unterwegs.

Mehrheit der geblitzten Verkehrsteilnehmer auf der B4 waren zur Überraschung der Polizei mit Auto unterwegs

Das Sommerwetter lockte am Wochenende wieder zahlreiche Motorradfahrer zu ausgedehnten Ausflugsfahrten in den Harz. Dies nahmen die Beamten des Polizeikommissariats Bad Harzburg mit Unterstützung der Goslarer Verfügungseinheit zum Anlass eine Kontrollstation im Verlauf der Bundesstraße 4 zwischen Bad Harzburg und Torfhaus einzurichten.

Die Polizei will mit derartigen Präventionsmaßnahmen für mehr Sicherheit auf den Harzer Straßen sorgen. Motorradfahrer sind durch die Kombination aus geringer Sichtfläche und hoher Geschwindigkeit schlechter für Auto- oder Lastwagenfahrer zu erkennen. Mitunter verhält sich auch eine Minderheit der Kradfahrer extrem rücksichtslos und fällt immer wieder durch riskante Überholmanöver an unübersichtlichen Stellen, laute Auspuffanlagen und stark überhöhte Geschwindigkeit auf. Diese Verhaltensweise lösen bei anderen Verkehrsteilnehmern regelmäßig Angst und Unsicherheit aus.
Zunächst führten die Beamten ab 10 Uhr eine allgemeine Verkehrskontrolle durch, bei der sie die Kradfahrer auf die verkehrstechnischen Besonderheiten im Harz aufklärten. Dabei gingen die Polizisten insbesondere auf die vorherrschende Topografie ein.
Nur eine Viertelstunde nach Beginn der Kontrolle wurde bereits über Facebook durch die Gruppe „Blitzer im Harz“ über die Aktion informiert.
Im Zeitraum zwischen 12 bis 16 Uhr wurden dann Geschwindigkeitsmessungen durchgeführt. Dabei erwischten die Beamten insgesamt 25 Verkehrsteilnehmer, die in der 60er-Zone mindestens 20 km/h zu schnell unterwegs waren. Diese Fahrer müssen nun mit einem Bußgeld in Höhe von 70 Euro und einem Punkteeintrag in Flensburg rechnen.
Drei Verkehrsteilnehmer sehen sogar einem einmonatigen Fahrverbot entgegen, da sie die zulässige Höchstgeschwindigkeit um mindestens 40 km/h überschritten haben. Trauriger Spitzenreiter am Sonntag war ein Biker aus dem Landkreis Wolfenbüttel, der die zulässige Höchstgeschwindigkeit um 58 km/h überbot und mit 118 Sachen über die Bundesstraße 4 bretterte.
Auffällig und für die Kontrollbeamten überraschend war an diesem Sonntag die Tatsache, dass es in der Hauptsache nicht die Motorradfahrer waren, die sich nicht an die vorgeschriebene Geschwindigkeit hielten. Nur sechs der 25 geblitzten Verkehrsteilnehmer waren auf zwei Rädern unterwegs.
Neben den Geschwindigkeitsverletzungen stellten die Beamten noch vier Verkehrsordnungswidrigkeiten im Zusammenhang mit der technischen Ausstattung, also Bauartveränderungen, fest.