Polizei wirbt für interkulturelle Öffnung

Polizeidirektor Thomas Brych bei der Eröffnung der Auftaktveranstaltung.
 
Unter den Gästen weilte auch Fazil Bektas, Vorsitzender der Türkisch-Islamischen Gemeinde in Goslar (1. Reihe, dritter von rechts).

Auftaktveranstaltung zur Stärkung der interkulturellen Kompetenz / Vorbildfunktion ausüben

Kaum ein Thema hat in den vergangenen Jahren den öffentlichen Diskurs derart geprägt wie die Integration. Die Bundesrepublik Deutschland entwickelt sich, auch in Anbetracht des zunehmenden Fachkräftemangels, immer mehr zu einem Einwanderungsland. In Deutschland leben inzwischen knapp zehn Prozent Deutsche mit Migrationshintergrund, und rund 8,9 Prozent Ausländer, die nicht über einen deutschen Pass verfügen. Somit sind in der Bundesrepublik knapp 16 Millionen Menschen beheimatet, die eine andere kulturelle Prägung haben, und demnach auch einem anderen Wertekanon folgen. Für eine Gesellschaft ist das eine große Herausforderung. Deshalb ist es nicht nur die Aufgabe der Menschen mit Migrationshintergrund sich zu integrieren, sondern auch Aufgabe der Deutschen, diesen Menschen die Chance zur Integration zu eröffnen. Integration ist also eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe.
Die Polizeiinspektion Goslar geht den Weg der aktiven Integrationsbemühungen schon seit einigen Jahren und ist damit bisher sehr gut gefahren. Die Beamten der Goslarer Polizei haben während ihrer Arbeit nahezu täglich mit Menschen aus anderen Kulturkreisen zu tun. Dies erfordert ein hohes Maß an sozialer Kompetenz, gepaart mit der Bereitschaft, sich dem interkulturellen Dialog zu stellen.
Und genau aus diesem Grund haben die Beamten um Polizeidirektor Thomas Brych, Leiter der Goslarer Inspektion, eine Kampagne mit dem Titel „Interkulturelle Öffnung – Stärkung der interkulturellen Kompetenz“ ins Leben gerufen. Die Auftaktveranstaltung wurde am Montag in der Aula der Polizeiinspektion durchgeführt.
Die Polizeibeamten Andreas Riede und Denis Habig sind verantwortlich für die Leitung und Konzeption des Projektes. Sie erklärten den Gästen, zu denen neben einer Vielzahl von Polizeibeamten auch der Vorsitzende der Türkisch-Islamischen Gemeinde Goslar (DITIB), Fazil Bektas, gehörte, was sich hinter interkultureller Öffnung verbirgt.
Zunächst erläuterten die beiden Polizisten einige statistische Gegebenheiten und gingen detailliert auf die politische Ebene der Integrationsbestrebungen ein.
Ziel der Polizei, und das nicht nur in Goslar, ist es, die Beamten in speziellen Schulungen auf die verschiedenen Herausforderungen im Umgang mit Migranten vorzubereiten. Neben Toleranz und Offenheit sind Eigenschaften wie Neugier, Humor, Kommunikationsfähigkeit, Frustrationstoleranz, Ambiginitätstoleranz und Konfliktfähigkeit gefragt. Junge Polizisten werden schon im Rahmen ihrer Ausbildung beziehungsweise während ihres Studiums in diesen Punkten gefördert.
Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Einstellung und Ausbildung von Polizisten, die einen Migrationshintergrund haben. Davon verspricht sich die Polizei Synergieeffekte.
Fazil Bektas von der Türkisch-Islamischen Gemeinde Goslar betonte in einem kurzen Grußwort, dass das Verhältnis zwischen der Goslarer Polizei und seiner Gemeinde schon seit langem hervorragend funktioniert. Großen Anteil daran hat auch Günther Koschig, der nicht nur als Präventionsspezialist der Polizei den Kontakt sucht, sondern auch in seiner Funktion als Außenstellenleiter des Weissen Rings.
In den kommenden Monaten sollen die Polizeibeamten im Landkreis Goslar in den Genuss der Schulungen kommen.