Rettungsdienst ist für jedes Gelände gewappnet

Der ärztliche Leiter des Rettungsdienstes Dr. Tobias Steffen (links) zusammen mit Erste Kreisrätin Kathrin Weiher und Thomas Ebert, Vorstand der Kreiswirtschaftsbetriebe. (Foto: Kluge)

Kreiswirtschaftsbetriebe stellen zwei Allrad-Rettungswagen im Oberharz in Betrieb

Seit Weihnachten sind die beiden „Neuen“ zwar schon im Dienst, doch jetzt wurden sie offiziell in Betrieb genommen: zwei Allrad-Rettungswagen stehen nun dem Rettungsdienst im Oberharz zur Verfügung. „Das ist ein deutlicher Fortschritt und Beitrag für die Sicherheit“, freute sich Dr. Tobias Steffen, seit Oktober ärztlicher Leiter des Rettungsdienstes.
Möglich gemacht hat die Investition neben den Kreiswirtschaftbetrieben, unter deren Hoheit der Rettungsdienst organisiert ist, und der Kreistag. „Der ist in die Vorfinanzierung gegangen“, sagt Erste Kreisrätin Kathrin Weiher. Doch ist wohl gewiss, dass die Krankenkassen die Kosten tragen. „Damit haben wir einen weiteren Schritt zur Optimierung des Rettungsdienstes gemacht“, sagt auch Thomas Ebert, Vorsitzender der Kreiswirtschaftsbetriebe, „denn da zählt schließlich jede Minute.“ Denn manchmal sind die Vorgänger der beiden jeweils 120.000 Euro teuren Allrad-RTW mit ihrem Heckantrieb einfach auf der Strecke geblieben, gerade im Winter. „Bis dann Schneeketten aufgezogen sind, dauerte einfach zu lange“, so Ebert. Neben Patient und Notarzt haben noch zwei Rettungssanitäter Platz auf den Fahrzeugen.
Die wurden auch nicht aus dem Katalog gekauft. Im Erzgebirge sind eben solche schon im Einsatz. „Die haben wir uns angeschaut und uns die dort gemachten Erfahrungen schildern lassen“, erklärt Ebert. Im Juni seien die Fahrzeuge dann bestellt und im Dezember geliefert worden.
Neben dem Allrad-Antrieb ist auch der Sitzaufzug eine wesentliche Neuerung des Fahrzeugs. Der RTW, der auf einem Mercedes Sprinter basiert, hat eine höhere Bodenfreiheit, „das hereinheben der Patienten wäre auf Dauer zu schwer“, so Ebert. Eins der beiden Fahrzeuge bleibt in der Rettungswache in Clausthal-Zellerfeld, das andere wird in Braunlage stationiert, zwei weitere sind bestellt. Denn gerade im Bereich Wintertourismus sind die Fahrzeuge gefordert, zählt jede Sekunde. Wenn Torfhaus und das Wurmbergprojekt im kommenden Winter dann richtig Gäste anziehen, reichen allerdings nicht nur die dann vier Fahrzeuge. „Wir brauchen Kooperationen mit anderen Rettungsdiensten, wir brauchen auch wieder eine Skiwacht“, stellt Steffen Forderungen, „und zwar bevor wir über den ersten toten Touristen nach Skiunfall berichten müssen.“