Schüler bekennen Farbe gegen Alkoholmissbrauch

Die Gefahren des sogenannten „Komasaufens“ sind nicht zu unterschätzen.

Komasaufen: Kampagne „bunt statt blau“ startet / DAK-Plakatwettbewerb

Trinken, bis der Arzt kommt. In den vergangenen Jahren landeten bundesweit immer mehr Kinder und Jugendliche mit einer Alkoholvergiftung im Krankenhaus. Im Kampf gegen das „Komasaufen“ setzt die Krankenkasse DAK-Gesundheit deshalb ihre Kampagne „bunt statt blau“ auch in Seesen fort. Der Plakatwettbewerb richtet sich an Schüler zwischen zwölf und 17 Jahren. Alle Schulen im Landkreis sind bis zum 31. März zur Teilnahme eingeladen.
Laut Bundesstatistik kommen jährlich rund 26.000 Kinder und Jugendliche nach dem Rauschtrinken in eine Klinik. Im Kreis Goslar gab es im Jahr 2011 mit 26 Betroffenen einen Rückgang um 31,6 Prozent. Im Vergleich zum Jahr 2000 sind es jedoch 73,3 Prozent mehr. „Es zeichnet sich ab, dass die Zahl der Komasäufer bundesweit auf hohem Niveau bleibt“, sagt Rüdiger Kurs von der DAK-Gesundheit Seesen im Hinblick auf die Zahlen des Niedersächsischen Landesamtes für Statistik. „Daher ist eine anhaltende Aufklärung über die Gefahren des Rauschtrinkens erforderlich. Unsere Kampagne ‘bunt statt blau’ ist erfolgreich und anerkannt, weil dort die Jugendlichen selbst beim Thema Alkohol Farbe bekennen. Deshalb setzen wir unseren Wettbewerb jetzt im vierten Jahr fort.“
Seit 2010 haben bundesweit 35.500 junge Künstler bunte Plakate gegen das Rauschtrinken gemalt, davon auch viele Schüler aus Stadt und Landkreis Goslar. Die Kampagne „bunt statt blau“ wurde inzwischen mehrfach ausgezeichnet und wird von Politikern, Sucht­experten und Künstlern unterstützt. In Niedersachsen unterstützt der renommierte Kinderarzt Prof. Dr. Christoph Möller, Chefarzt am Kinder- und Jugendkrankenhaus AUF DER BULT in Hannover die Kampagne.
„Der Wettbewerb zeigt den Schulen ein guten Weg, das Thema Rauschtrinken nicht mit erhobenem Zeigefinger zu vermitteln, sondern auf kreative Weise“, erklärt Prof. Dr. Möller. „Jedes Jahr werden mehr Jugendliche erreicht. Es ist beeindruckend, welche Qualität die Plakate der jungen Künstler haben und welche klaren Botschaften sie gegen Alkoholmissbrauch setzen.“ Es sei wichtig, das Thema in möglichst vielen Schulen auf den Stundenplan zu setzen.
Nach dem Einsendeschluss am 31. März werden in allen 16 Bundesländern die besten Siegerplakate ausgezeichnet. Im Juni wählt dann eine Bundesjury mit der Drogenbeauftragten der Bundesregierung, Mechthild Dyckmans, und der Band „Luxuslärm“ den Bundesgewinner. Es gibt wertvolle Geld- und Sachpreise zu gewinnen.
Der aktuelle Sucht- und Drogenbericht der Bundesregierung lobt „bunt statt blau“ erneut als erfolgreiches und beispielhaftes Präventionsprojekt gegen den Alkoholmiss­brauch von Jugendlichen. Die Aktion erhielt 2012 den Health Media Award für „hervorragende Gesundheitskommunikation“. Weitere Informationen zum Wettbewerb 2013 gibt es in allen Servicezentren der DAK-Gesundheit oder im Internet unter www.dak-buntstattblau.de
Die Kampagne ist eingebunden in die „Aktion Glasklar“, die seit 2004 Schüler, Lehrkräfte und Eltern über das Thema Alkohol aufklärt.