Sozialdemokraten beschäftigen sich mit der Pflegeabsicherung

Mdl Uwe Schwarz spricht bei Veranstaltung des SPD-Unterbezirks Goslar über Herausforderungen des Gesundheitssystems

Der SPD-Unterbezirk Goslar hatte in der vergangenen Woche zu einer Veranstaltung mit dem Titel „Gute Pflege für alle ermöglichen – ärztliche Versorgung sichern“ geladen. Zu Gast war unter anderem der stellvertretende Vorsitzende und sozialpolitische Sprecher der SPD Landtagsfraktion, Uwe Schwarz.
In seiner ausführlichen und fundierten Einleitung umriss Uwe Schwarz die Aufgabenstellung der nächsten Jahre. „Der Mangel an ausgebildeten Pflegekräften einerseits und der dramatisch wachsende Bedarf bei der mobilen und stationären Pflege in den nächsten Jahren ist“, so Uwe Schwarz, „eine Herausforderung, der sich niemand entziehen darf.“ Das Land Niedersachsen habe die niedrigsten Pflegesätze, was sich auch auf die Bezahlung und damit auch auf die Attraktivität des Pflegeberufs auswirke. Dabei dürfe auch nicht vergessen werden, dass zurzeit zwei Drittel der Pflegebedürftigen, die zu Hause wohnen, ausschließlich von Familienangehörigen gepflegt werden. Eine zumindest teilweise Entlastung erfordere ebenfalls ein verbessertes Angebot von professioneller Pflege.
Hier verwies Petra Emmerich-Kopatsch auf eine Initiative, die die SPD-Fraktion in Abstimmung mit den Betreibern von Alten- und Pflegeheimen im Goslarer Kreistag auf den Weg bringen werde. Ziel dieser Initiative sei es, so Emmerich-Kopatsch, Pflegehilfskräften die Weiterbildung zu Pflegefachkräften zu erleichtern. Angesichts der allgemeinen Lage sei dies nur ein erster aber wichtiger Schritt dem Mangel an Pflegekräften entgegenzuwirken.
Eine notwendige Maßnahme, so Schwarz, sei beispielsweise auch die Entbürokratisierung bei der Kostenabrechnung. Es sei niemandem zu vermitteln dass der Pflegedienst die bei einem einzigen Besuch erbrachten Leistungen einmal mit der Krankenversicherung (zum Beispiel Hilfe bei der Einnahme von Medikamenten) und einmal mit der Pflegeversicherung (zum Beispiel Hilfe beim Ankleiden und Waschen) abrechnen müsse. Dies gehe eindeutig zu Las­ten der Pflegenden und der zu Pflegenden.
Das Thema war weit gespannt und der Kreis der Teilnehmer ebenfalls. Krankenhausärzte und niedergelassene Ärzte waren auf der Diskussionsveranstaltung vertreten, so wie der Pflegebereich durch Betreiber von Alten- und Pflegeheimen, Pflegekräfte, Ausbilder und Auszubildende. Dem entsprechend vielfältig waren die Fragen, die in der anschließenden Diskussion an den Referenten gestellt wurden. Vieles konnte nur angesprochen werden, so zum Beispiel Fragen nach alternativen Wohnformen für ältere Menschen, die Ausbildungs- und Arbeitsbedingungen von Pflegekräften in Altenheimen und Krankenhäusern oder die Kos­tenexplosion im Gesundheitswesen bei gleichzeitigem Mangel bei der hausärztlichen Versorgung. Dies alles, so Emmerich-Kopatsch, könne an einem Abend nicht ausdiskutiert werden, zeige aber den Handlungsbedarf in Niedersachsen und auch im Landkreis Goslar auf.