Spontane Großkontrolle im Oberharz

200 Motorräder nahmen die Beamten bei der sonntäglichen Großkontrolle genauestens unter die Lupe.

Beamte der PI Goslar kontrollieren in Kooperation mit Landkreis und TÜV 200 Motorräder und ihre Fahrer

Bei herbstlichem Sonnenwetter führte die Polizeiinspektion Goslar mit Unterstützung des Landkreises Goslar und des TÜV Nord am Sonntag eine spontan initiierte Motorradkontrolle durch. Bedingt durch die idealen Voraussetzungen war das Motorradaufkommen auf den Straßen im Harz hoch.

Auf der B 242 in Höhe des Abzweiges der B 498 zwischen Dammhaus und Altenau wurden Motorradfahrer angehalten und ihre mitgeführten Motorräder gründlich begutachtet. Darüber hinaus war noch ein Geschwindigkeitsmesswagen des Landkreises Goslar im Einsatz, der die gefahrenen Geschwindigkeiten auf der B 4 in Höhe Marienteichbaude kontrollierte. In diesem Bereich, wo ausgeschilderte Wanderwege die vierspurig ausgebaute B 4 kreuzen, gibt es immer wieder gefährliche Situationen zwischen Wanderern, Mountainbikern und dem fließenden Verkehr.
Die spontane Motorradkontrolle wurde von engagierten Beamten der Motorradkontrollgruppe „Task-Force-Krad“ der PI Goslar durchgeführt. Unter der Leitung von Polizeioberkommissar Martin Schulze vom Kommissariat Oberharz wurden weitere sieben zum Teil speziell ausgebildete Kollegen tätig.
Gegründet wurde die „Task-Force-Krad“ im Jahr 2011, weil es auf den Streckenabschnitten im Harz immer wieder zu schweren Verkehrsunfällen mit Motorradbeteiligung gekommen war.
Auch in diesem Jahr starben bereits zwei Motorradfahrer, fast 30 erlitten schwere und ebenso viele leichte Verletzungen. Leider waren auch an diesem Sonntag wieder drei Motorradunfälle gemeldet worden. Während bei einem der Verkehrsunfälle die Beteiligten unverletzt blieben, wurde bei den anderen beiden Unfällen je ein Motorradfahrer verletzt.
Bei den sonntäglichen Kontrollen fielen insgesamt 558 Fahrzeugführer wegen Überschreitens der vorgeschriebenen Geschwindigkeit auf. Davon waren allerdings lediglich 86 Motorräder. Nur ein Motorradfahrer wird aufgrund der Geschwindigkeitsüberschreitung mit einem Fahrverbot rechnen müssen. Er wurde in einem 60er Bereich mit 104 km/h gemessen. Nun wird auf ihn ein Bußgeld in Höhe von 160 Euro, ein Punkt und ein einmonatiges Fahrverbot zukommen.
Bei den technischen Begutachtungen der etwa 200 kontrollierten Motorräder wurden über 80 Verstöße festgestellt. Beispielsweise hatten in elf Fällen die Reifen nicht mehr die erforderliche Profiltiefe. An 18 Motorrädern waren die Kennzeichen falsch angebracht, und es waren in 48 Fällen nicht vorschriftsmäßige Anbauteile an das Fahrzeug montiert worden.
In diesen Fällen hätte eine Eintragung in den Fahrzeugschein oder eine Abnahme durch einen Sachverständigen erfolgen müssen.
Auf die Motorradfahrer kommen zum Teil empfindliche Bußgelder zu. Zudem sind auch ein Großteil dieser Verstöße mit „Punkten“ belegt. Um die Gewähr zu haben, dass die festgestellten Mängel behoben werden, wurden in 32 Fällen Mängelmeldungen durch die feststellenden Beamten erstellt, die unter Setzung einer Frist den Verkehrssünder dazu anhalten, den ordnungsgemäßen Zustand des Fahrzeugs wieder herzustellen.