"Torso-Mordfall": Mutmaßliche Tatbeteiligte vor dem Landgericht

Auto des Opfers nach Seesen gefahren

Seesen/Vienenburg (bo). Vor dem Landgericht Braunschweig müssen sich ab 20. Oktober zwei Männer (28/38), die sich seit März beziehungsweise Juni 2010 in Untersuchungshaft befinden, wegen Mordes respektive Beihilfe zum Mord und falscher uneidlicher Aussage verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft den Beschuldigten eine Beteiligung an dem sogenannten "Torso-Mordfall" vor. Im Februar 2007 wurde die zerstückelte Leiche eines 35-jährigen Mannes in der Okertalsperre gefunden. Am 23. Oktober 2007 verurteilte das Landgericht Braun- schweig einen heute 49-jährigen Schlachtermeister aus Vienenburg wegen Mordes an dem 35-Jährigen zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe.
Mit der jetzigen Anklage legt die Staatsanwaltschaft dem 28-jährigen Sohn des verurteilten Schlachtermeisters zur Last, das Tatopfer gemeinschaftlich mit seinem Vater heimtückisch ermordet zu haben. Er soll den 38-jährigen Mitangeklagten, dem die Staatsanwaltschaft unter anderem Beihilfe zum Mord vorwirft, gebeten haben, den Tatort abzusichern. Gemeinsam sollen die beiden Angeklagten nach dem Mord das Auto des Opfers nach Seesen gefahren zu haben, damit es nicht vor der Fleischerei in Vienenburg habe entdeckt werden können.
Der 38-jährige Angeklagte muss sich auch wegen des Vorwurfes der falschen uneidlichen Aussage verantworten. Er soll im Prozess gegen den Vater des 28-jährigen Angeklagten im September 2007 vor dem Landgericht Braunschweig falsch ausgesagt und unter anderem dem 28-jährigen Angeklagten ein falsches Alibi gegeben haben. – Insgesamt wurden neun Verhandlungstage angesetzt.