TraumaNetzwerk Göttingen/Kassel komplett zertifiziert

17 Kliniken und Krankenhäuser erhielten in Göttingen die Zertifikate für das TraumaNetzwerk Göttingen-Kassel.

Gemeinsam für die Gesundheit / Auch die Harzklinik Goslar gehört dem Zusammenschluss an

Goslar (bo). Rund neun Millionen Menschen verunglücken in Deutschland jedes Jahr, bis zu 35.000 Menschen verletzten sich dabei sehr schwer. Jeder, der schwer verunglückt, braucht so schnell wie möglich die beste medizinische Versorgung, die überhaupt möglich ist. Für die Harz-Region gibt es das „TraumaNetzwerk Göttingen/Kassel“, 17 Kliniken gehören diesem Zusammenschluss an, jetzt sind alle Kliniken zertifiziert.
„Damit jeder Patient tatsächlich immer die beste und schnellstmögliche Versorgung erhält, hat sich die Harzklinik Goslar schon 2010 dem «TraumaNetzwerk Kassel/Göttingen« angeschlossen und ist seitdem auch zertifiziert,“ sagt Dr. Thomas Peterson, Chefarzt der Unfall-, Wiederherstellungs- und Handchirurgie der Asklepios Harzklinik Goslar.
Jede Klinik, die einem TraumaNetzwerk angehört, verpflichtet sich, jederzeit einen Schwerverletzten aufzunehmen, beziehungsweise zu übernehmen.
Dr. Peterson: „Jetzt sind alle 17 Kliniken, die unserem TraumaNetzwerk Göttingen/Kassel angehören, zertifiziert. Das heißt, das alle beteiligten Krankenhäuser, aber auch die Rettungsdienste durch dieses Netzwerk verlässliche Kriterien und Informationen darüber erhalten, in welcher naheliegenenden Klinik ein Schwerverletzter optimal versorgt werden kann."
Die Asklepios Harzklinik Goslar sind, gemeinsam mit dem Stadtkrankenhaus Korbach, die einzigen regionalen Traumazentren im TraumaNetzwerk Göttingen/Kassel: „Das bedeutet, dass wir nicht nur die Basisversorgung von Schwerverletzten übernehmen und die stabilisierten Patienten dann in eine andere Klinik weiterleiten – wie es die so genannten lokalen Traumazentren tun –, sondern, dass wir die Patienten immer ausbehandeln, bis zur Reha bleibt der Patient also bei uns in der Klinik. Nur in wenigen Ausnahmefällen leiten wir Schwerverletzte weiter in ein überregionales Traumazentrum.“
Um als regionales Traumazentrum zertifiziert zu werden, müssen viele Voraussetzungen erfüllt sein: Ein eigener Hubschrauberlandeplatz, Computertomographie, gemeinsame Qualitätszirkel mit den anderen Kliniken, Intensivstation, Blutbank, 24-stündige Verfügbarkeit; um nur einige Punkte zu nennen.
Was genau passiert eigentlich, wenn ein Schwerverletzter eintrifft? Dr. Peterson: „In dem Moment, ein Polytrauma (= Kombination von potentiell tödlichen Verletzungen) angekündigt wird, geht in unserer Harzklinik Goslar ein Sammelanruf an das so genannte „Trauma-Team“: Trifft der Schwerverletzte im Schockraum ein, stehen dort schon Anästhesist, Viszeral- und Unfallchirurg, gegebenenfalls Neurochirurg und selbstverständlich auch die immer entsprechenden Pflegekräfte bereit und behandeln sofort gemeinsam den Patienten.“
Das spart Zeit und gerade bei Schwerverletzten zählt sprichwörtlich jede Sekunde. Dr. Peterson: „Gerade in den ersten Stunden nach einem Unfall werden die Weichen für den weiteren Behandlungserfolg gestellt. Werden lebensgefährlich verletzte Patienten von Anfang an optimal versorgt, können Folgeschäden vermieden werden und ein Höchstmaß an Lebensqualität wieder hergestellt werden.“