Verstärkte Motorradkontrollen im Harz

Die Goslarer Polizisten kontollieren Motorradfahrer im Harz. (Foto: Polizei Goslar)

64 Motorradunfälle bis Ende August im Landkreis Goslar registriert / 909 Geschwindigkeitsüberschreitungen

Die Polizeiinspektion Goslar hat mit Unterstützung des Landkreises Goslar und des TÜV Nord vergangenen Sonntag die letzte große Motorradkontrolle in diesem Jahr durchgeführt.

Wegen des guten Wetters war das Motorradaufkommen auf den Harzer Straßen sehr hoch. An zwei Kontrollstellen wurden Motorradfahrer angehalten und ihre mitgeführten Zweiräder gründlich begutachtet. Da noch drei Geschwindigkeitsmesswagen mit im Einsatz waren, konnten die Streckenabschnitte im Landkreis Goslar, an denen es in den vergangenen Jahren die häufigsten Verkehrsunfälle mit Motorradbeteiligung gegeben hatte, abgedeckt werden.
Die umfangreiche Motorradkontrolle stand wieder unter dem Thema „Sicher durch den Harz“. Hierbei handelt es sich um eine Verbundaktion mit den Bundesländern Sachsen-Anhalt und Thüringen sowie der Polizeiinspektion Northeim/Osterode. Durch diese Kooperation wird sichergestellt, dass jedes Wochenende in den Sommermonaten auf den Straßen im Harz Kontrollen stattfinden. Begründet sind die Kontrollmaßnahmen durch die Vielzahl an Verkehrsunfällen, bei denen Motorradfahrer beteiligt und zum Teil schwer verletzt oder getötet werden. So waren im Landkreis Goslar bis Ende August 64 Motorradunfälle registriert worden. 26 dieser Unfälle hatten schwere Personenschäden zur Folge. Insgesamt wurden bei den Verkehrsunfällen 28 Motorradfahrer schwer und 27 leicht verletzt. Zwei Motorradfahrer kamen bislang dieses Jahr auf den Straßen des Landkreises ums Leben.
Nahezu die Hälfte der Verkehrsunfälle wurden jedoch nicht von den Motorradfahrern verursacht. Häufig werden sie, bedingt durch die kleinere Silhouette und die Tatsache, dass immer mehr Autos mit Tagfahrlicht unterwegs sind und so eine spezifische Erkennbarkeit des Zweiradfahrers nicht mehr gegeben ist, beim Einbiegen in Kreuzungsbereiche oder beim Einfahren in den Verkehr von Parkplätzen aus übersehen.
Ein Grund, weshalb es so viele Motorradfahrer in den Harz zieht, sind die vielen Kurven auf den Straßen. Da diese aber häufig nicht oder nur schwer einsehbar sind, stellen sie für ungeübte und ortsunkundige Fahrer besondere Gefahren dar. Hinzu kommt auch, dass diese unbekannten Kurven in Gefälle- oder Steigungsstrecken liegen. Diese zusätzliche physikalische Komponente führt schnell zur Überforderung einiger Motorradfahrer und Fahrmanövern, aus denen sich gefährliche Situationen oder Stürze entwickeln. Ein weiterer Risikofaktor, der Gefahrensituationen hervorruft, sind die verschiedenen Verkehrsgruppen, die an Wochenenden die Strecken im Harz nutzen. Schnelle und risikobewusste Motorradfahrer treffen auf Gruppen von Fahrradfahrern und zum Teil auch behindernd langsam fahrende Tagesausflügler. Konflikte sind da, insbesondere an schwer einsehbaren Stellen, vorprogrammiert. Hinter so mancher nicht einsehbaren Kurve kann ein dynamisch fahrender Motorradfahrer dann schon mal auf ein langsam fahrendes Fahrzeug treffen. Hier ist dann schnelles und der Situation angepasstes Fahrverhalten gefragt.
Bei den sonntäglichen Kontrollen fielen insgesamt 909 Fahrer wegen überhöhter Geschwindigkeit auf. Davon waren 164 Motorradfahrer. Zwölf dieser Fahrer waren so schnell unterwegs, dass sie mit einem ein- oder mehrmonatigem Fahrverbot rechnen müssen. Unter diesen Fahrern befand sich ein Pkw-Fahrer. Die höchste Geschwindigkeitsüberschreitung von 65 km/h hatte ein Motorradfahrer aus Wolfsburg auf dem Tacho. Auf ihn kommt nun ein Bußgeld in Höhe von 440 Euro, ein Punkt in Flensburg und ein zweimonatiges Fahrverbot zu. Bei den technischen Kontrollen fielen über 77 Motorrad- und zwei Pkw-Fahrer auf, deren Kraftfahrzeuge nicht den Vorschriften entsprachen. Hier waren zum Teil Reifen abgefahren, Kennzeichen falsch angebracht oder nicht vorschriftsmäßige Anbauteile an das Fahrzeug montiert worden.
Am vergangenen Wochenende gab es auf den Straßen des Landkreises Goslar nur einen Motorradunfall: Auf der B 4 war ein Motorradfahrer beim Überholen gestürzt.