Versuchtes Tötungsdelikt

Mit Hochdruck geführte Ermittlungen der Polizei Goslar in enger Zusammenarbeit mit der Staatsanwaltschaft Braunschweig nach einem versuchten Tötungsdelikt in der Goslarer Innenstadt haben dazu geführt, dass vier Tatverdächtige im Alter von 16 und 20 Jahren festgenommen worden. Die jungen Männer stehen im dringenden Tatverdacht, am 1. Dezember, gegen 2 Uhr, einen 22-jährigen Goslarer gemeinsam lebensgefährlich zusammen geschlagen zu haben.
Nach bisherigen Ermittlungen war der Goslarer aus einer Gaststätte an der Marstallstraße gekommen und vor der Tür auf eine achtköpfige Personengruppe gestoßen, die zuvor keinen Einlass in die Kneipe bekommen hatten. Grundlos wurde dem 22-Jährigen aus der Gruppe heraus vorgeworfen, er hätte Mitglieder der Gruppe beleidigt, wobei man sich ihm bedrohlich genähert hatte. Daraufhin ergriff das Opfer zu Fuß die Flucht, wobei er nach wenigen Schritten bereits einen Schlag an den Kopf erhalten hatte. Seine weitere Flucht vor der Gruppe endete auf dem Parkplatz hinter der Kreismusikschule. Hier wurde er durch einen Tritt in die Beine zu Fall gebracht. Anschließend wurde massiv auf den am Boden Liegenden eingeschlagen und eingetreten.
Wie spätere Vernehmungen ergaben, hörte das Opfer während der Tat, wie ein 18-jähriger Haupttäter an ein 16-jähriges Gruppenmitglied sagte: „Du bist auf Bewährung, wir müssen ihn deshalb umbringen“.
Offensichtlich mit diesem Hintergrund setzte sich der 125 Kilogramm schwere, 18-jährige Haupttäter auf den Brustkorb des Opfers, versetzte ihm weitere Faustschläge in das Gesicht und drückte dessen Kehlkopf bis zum Eintritt der Bewusstlosigkeit.
Als das Opfer wieder zu sich kam, hatte er schwer verletzt wieder versucht zu flüchten, stürzte aber erneut auf den Boden. Hier erhielt er einen weiteren Tritt an den Kopf und verlor abermals das Bewusstsein. Schließlich ließ die Gruppe von ihm ab.
Aus eigener Kraft rappelte sich der 22-Jährige wieder auf, ging zunächst nach Hause, um sich dann ins zu begeben.
Die jetzt hinzugezogene Polizei ließ das Opfer gerichtsmedizinisch untersuchen, mit dem Ergebnis, dass von akuter Lebensgefahr zur Tatzeit ausgegangen werden muss. Der 22-Jährige ist bis auf Weiteres arbeitsunfähig. Die intensiven Ermittlungsarbeiten der Polizei führten sehr schnell auf die Spur der bereits einschlägig bekannten Täter. So wurden in den frühen Morgenstunden des 6. Dezember der 18-jährige Haupttäter sowie der 16-jährige Mittäter festgenommen. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Braunschweig wurde durch das Amtsgericht Goslar Haftbefehl wegen versuchten Mordes erlassen und die beiden jungen Männer in Untersuchungshaft eingeliefert. Der 18-Jährige legte bei der Polizei und der zuständigen Jugendrichterin ein Teilgeständnis ab, der 16-Jährige verweigerte die Aussage. Am 11. Dezember erfolgten zwei weitere Festnahmen eines 19-jährigen sowie eine 20-jährigen Tatverdächtigen. Beide sind ebenfalls einschlägig bekannt und wurden am 12. Dezember dem Haftrichter vorgeführt, der ebenfalls Untersuchungshaft anordnete. Die anderen Täter konnten ebenfalls ermittelt werden. Mögliche Zeugen sollen sich melden.